
Ein Leak vertraulicher Dokumente offenbart die Kontinuität russischer Einflussnetzwerke in Afrika nach dem Tod von Jewgeni Prigoschin. Einer Untersuchung der Plattform Forbidden Stories zufolge sollen die russischen Auslandsgeheimdienste die Kontrolle über diese Informationsmaschine übernommen haben. Die Rede ist von gigantischen Budgets, Medienkampagnen und Projekten zur politischen Destabilisierung. Diese Enthüllungen verdeutlichen das Ausmaß der Einflussstrategie des Kremls auf dem afrikanischen Kontinent.
Der Schatten Jewgeni Prigoschins liegt weiterhin über Afrika – nun jedoch unter einer neuen, offiziellen Flagge. Ein massiver Leak interner Dokumente, ausgewertet von der Investigativplattform Forbidden Stories im Rahmen ihrer Serie „Propaganda Machine“, zeigt, dass das vom ehemaligen Wagner-Chef aufgebaute Einflussimperium mit seinem Tod keineswegs verschwunden ist. Im Gegenteil: Die russischen Auslandsgeheimdienste, der SVR, haben die Kontrolle über diese informationspolitische Kriegsmaschine übernommen und ihr eine bislang beispiellose Reichweite sowie finanzielle Mittel verschafft.
Eine digitale Goldmine in den Händen der Ermittler
Alles beginnt im Oktober 2025, als eine anonyme Sendung mit mehr als 1.400 Seiten auf dem Schreibtisch der Redaktion des panafrikanischen Mediums The Continent landet. Dieser digitale Schatz enthält detaillierte Budgets, Tätigkeitsberichte und strategische Pläne, die den Übergang von Prigoschins privaten Strukturen hin zum russischen Staatsapparat dokumentieren.
Weit davon entfernt, nach dem Verschwinden des Anführers der paramilitärischen Gruppe an Schwung zu verlieren, ist das Netzwerk personell weiter gewachsen und sein Budget erheblich ausgeweitet worden – ein klares Zeichen für den Willen des Kremls, seine Verankerung auf dem Kontinent dauerhaft zu sichern.
Millionen Dollar zur Formung der afrikanischen öffentlichen Meinung
Die Untersuchung legt eine hochgradig systematische Einflussstrategie offen. Dutzende russische Soziologen und Politikwissenschaftler werden eingesetzt, um länderspezifische Taktiken zu verfeinern. Der entscheidende Faktor bleibt das Geld: Rund 300.000 US-Dollar werden monatlich bereitgestellt, um lokale Medien und Journalisten zu finanzieren.
Diese Akteure sollen pro-russische Narrative verbreiten oder Falschinformationen streuen, um westliche Interessen zu diskreditieren. Dieses in der Zentralafrikanischen Republik erprobte System hat sich inzwischen wie ein Krebsgeschwür über Afrika und Lateinamerika ausgebreitet.
Destabilisierungspläne vom Sahel bis Senegal
Die Enthüllungen von Forbidden Stories gehen weit über bloße Medienpropaganda hinaus. Die eingesehenen Dokumente legen politische Destabilisierungspläne von chirurgischer Präzision offen. Die Ermittler berichten unter anderem von der Ausarbeitung von Szenarien für einen Staatsstreich im Senegal sowie von Strategien zur gezielten Schaffung von Chaos in Libyen. In Niger soll das Netzwerk die Enteignung des französischen Nuklearkonzerns Orano geplant haben.
Besonders bemerkenswert ist, dass die Dokumente zeigen, wie die Idee einer „Konföderation der Unabhängigkeit“ im Sahel bereits ab 2023 von russischen Strategen theoretisch ausgearbeitet worden war – kurz vor der offiziellen Gründung der Allianz der Sahelstaaten (AES). (Quelle: afrik.com)