Epstein-Akten: Name des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma taucht erneut in neuen US-Dokumenten auf

Epstein-Akten: Name des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma taucht erneut in neuen US-Dokumenten auf

Der Name des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma erscheint in einer neuen Welle von Dokumenten im Zusammenhang mit der Jeffrey-Epstein-Affäre, die in den Vereinigten Staaten veröffentlicht wurden. Diese Erwähnung stellt zwar keine strafrechtliche Anschuldigung dar, belebt jedoch eine lange Reihe von Kontroversen um den Ex-Staatschef neu, der bereits durch jahrelange politische, juristische und familiäre Skandale geschwächt ist.

Eine Erwähnung, keine Anschuldigung Bei den betreffenden Dokumenten handelt es sich um freigegebene Unterlagen sowie um zivilrechtliche Verfahren im Umfeld der Epstein-Affäre. Darin wird Jacob Zuma in einem relationalen und logistischen Kontext genannt, insbesondere im Zusammenhang mit einem in London erwähnten Abendessen zu Beginn der 2010er-Jahre – einer Zeit, in der Zuma im Amt war. Wie bei vielen Namen, die in diesen Archiven auftauchen, bedeutet die Nennung weder eine Beteiligung noch einen Beweis für eine Mitwirkung an den von Epstein begangenen Verbrechen. Sie verweist lediglich auf einen Kontakt, eine Einladung oder eine Bezugnahme – juristisch nicht mehr. Doch in einem symbolisch derart toxischen Dossier ist die Wirkung auf das öffentliche Bild unmittelbar. Und für Zuma fällt diese neue Episode auf bereits vermintes Terrain.

Eine schwere juristische Hypothek Schon lange vor dieser Erwähnung war Jacob Zuma in Südafrika zum Sinnbild einer Präsidentschaft geworden, die von Korruptionsverdacht überschattet war. Die Affäre um den Waffenbeschaffungsvertrag von 1999, in deren Zusammenhang er gemeinsam mit dem Konzern Thales verfolgt wird, lastet auch mehr als zwanzig Jahre nach den Ereignissen weiterhin auf dem südafrikanischen politischen Leben.

Hinzu kommt das institutionelle Trauma der sogenannten „State Capture“, dokumentiert durch die Zondo-Kommission, die ein System der Ausplünderung des Staates während der Zuma-Jahre offenlegte – zugunsten politisch-ökonomischer Netzwerke in unmittelbarer Nähe zur Macht. 2021 wurde der ehemalige Präsident sogar wegen Missachtung des Verfassungsgerichts verurteilt, nachdem er sich geweigert hatte, mit dieser Kommission zu kooperieren.

Familiäre Affären im Hintergrund Die juristische Serie beschränkt sich nicht auf Zuma selbst. Seine Tochter Duduzile Zuma-Sambudla wurde wegen Anstiftung im Zusammenhang mit den Unruhen vom Juli 2021 verfolgt, die nach der Inhaftierung ihres Vaters ausgebrochen waren. Ein politisch hochsensibles, explosives Dossier, das das Bild einer politischen Dynastie, die von Skandalen umzingelt ist, weiter verstärkte.

Rein rechtlich ändert die Erwähnung Jacob Zumas in den Epstein-Dokumenten nichts an seinem juristischen Status. Politisch und medial jedoch wirkt sie wie ein Verstärker: der eines ehemaligen Staatschefs, dessen Name Jahr für Jahr mit dubiosen Affären verbunden bleibt – national wie international.

Zu einem Zeitpunkt, da Zuma über neue politische Formationen und eine anti-systemische Rhetorik ein Comeback auf der politischen Bühne versucht, nährt die – selbst indirekte – Verbindung mit der Epstein-Affäre Zweifel, Ermüdung und Misstrauen in einer südafrikanischen Öffentlichkeit, die von Jahrzehnten der Skandale erschöpft ist.

Nichts erlaubt es heute zu behaupten, dass Jacob Zuma irgendeine Rolle bei Epsteins Verbrechen gespielt hat. Doch im Krieg der Wahrnehmungen reicht die bloße Nennung in diesen „Epstein Files“ aus, um einen ohnehin schwer beschädigten Ruf erneut aufzuwühlen.

Für Zuma gleicht diese neue Erwähnung weniger einer Enthüllung als vielmehr einer Bestätigung: der Bestätigung eines Namens, der sich offenbar nie von seinen Schatten lösen kann. (Quelle: afrik.com)