
Der amerikanische Finanzier Jeffrey Epstein, der später als zentrale Figur eines internationalen Netzwerks für Menschenhandel und sexuellen Missbrauch entlarvt wurde, plante offenbar den Aufbau eines neuen Finanzsystems in Simbabwe. Das geht aus kürzlich veröffentlichten Dokumenten des US-Justizministeriums hervor.
Den Unterlagen zufolge zeigte Epstein ein ausgeprägtes Interesse an wirtschaftlich angeschlagenen Staaten Afrikas. Insbesondere Simbabwe, das über Jahre hinweg unter Hyperinflation, Währungskollaps und internationaler Isolation litt, schien ihn zu reizen. In internen E-Mails skizzierte er Überlegungen, wie ein neues Steuersystem und eine alternative Finanzarchitektur in dem südafrikanischen Land aussehen könnten.
In einer Nachricht vom 23. Juni 2015 an den US-Intellektuellen Noam Chomsky schrieb Epstein, Simbabwe sei „so kaputt, dass es ein sauberes Petrischälchen“ darstelle. Der damalige Wechselkurs – „eine Milliarde Milliarden simbabwische Dollar für einen US-Dollar“ – verdeutliche die Tiefe der wirtschaftlichen Krise und eröffne zugleich Möglichkeiten für einen radikalen Neuanfang.
Aus den freigegebenen E-Mails geht zudem hervor, dass Epstein Kontakte zur politischen Führung Simbabwes pflegte. Demnach bestanden finanzielle Berührungspunkte zwischen ihm und dem damaligen Präsidenten Robert Mugabe. Details über Umfang und Art dieser Beziehungen sind jedoch nicht bekannt.
Epsteins Interesse an afrikanischen Staaten beschränkte sich nicht auf Simbabwe. Bereits zuvor hatte der ehemalige britische Labour-Minister und spätere US-Botschafter Peter Mandelson versucht, Epstein für die Gründung einer Privatbank zur Verwaltung der Öleinnahmen der Republik Kongo zu gewinnen. Ob Epstein auf dieses Angebot einging, bleibt unklar.
Wirtschaftliche Erholung nach Jahren der Krise
Unabhängig von Epsteins Plänen hat Simbabwe in den vergangenen Jahren spürbare wirtschaftliche Fortschritte erzielt. Bereits 2009 gab das Land seine nationale Währung faktisch auf und führte ein Mehrwährungssystem ein, das bis heute vom US-Dollar dominiert wird. Diese Dollarisierung stabilisierte den Zahlungsverkehr nach Jahren der Hyperinflation.
Noch immer werden die meisten Transaktionen im Land in US-Dollar abgewickelt. Große Unternehmen berichten, dass rund 80 Prozent ihrer Umsätze in der ausländischen Währung erzielt werden.
Im April 2024 führte die Regierung dennoch eine neue Landeswährung ein: den ZiG (Zimbabwe Gold). Anders als frühere Währungsversuche zeigte sich der ZiG bislang vergleichsweise stabil. Im Dezember 2025 notierte er bei 25,98 pro US-Dollar und erreichte damit den stärksten Stand seit Anfang Januar desselben Jahres. Im gesamten Jahr 2025 verlor die Währung lediglich 0,7 Prozent gegenüber dem Dollar – ein deutlicher Bruch mit der Vergangenheit extremer Abwertungen.
Auch die Inflation ging zuletzt spürbar zurück. Im Januar 2026 lag die Teuerungsrate bei 4,1 Prozent, nach 15 Prozent im Dezember und 19 Prozent im November 2025. Ökonomen führen diese Entwicklung auf eine restriktivere Geldpolitik, verbesserte Lieferketten sowie eine stabilere Lage an den Devisenmärkten zurück.
(Quelle: Newsletter africa.businessinsider)