
Das kamerunische Außenministerium hat am 6. April 2026 eine Liste mit sechzehn Personen veröffentlicht, die die kamerunische Staatsangehörigkeit besitzen und laut Angaben „im Gebiet der speziellen Militäroperation“ tätig waren – ein Begriff, den Russland für den Krieg in der Ukraine verwendet. Die Liste der Todesfälle wurde von der russischen Botschaft in Yaoundé übermittelt, berichtet RFI.
Es handelt sich um einen erstmaligen Schritt: Die Regierung Kameruns bestätigte am Montag offiziell den Tod von sechzehn ihrer Bürger, die an militärischen Einsätzen an der Seite der russischen Armee beteiligt waren.
Die Namen der Verstorbenen seien „von den russischen Behörden an die kamerunische Seite übermittelt worden“, heißt es in der Mitteilung weiter. Gleichzeitig werden die Familien der Betroffenen aufgefordert, sich an die zuständigen Behörden zu wenden.
Todesfälle im Gebiet der „speziellen Militäroperation“
Die entsprechende diplomatische Note der russischen Botschaft in Yaoundé ging bereits am 5. März 2026 beim kamerunischen Außenministerium ein. Darin wird angegeben, dass die sechzehn Kameruner im Gebiet der sogenannten „speziellen Militäroperation“ ums Leben kamen – so bezeichnet Moskau die im Februar 2022 begonnene Invasion der Ukraine.
Die Liste mit den Namen wurde am Montag im staatlichen Rundfunk verlesen.
Zusätzliche Liste mit weiteren Namen
Neben den sechzehn bestätigten Todesfällen wurden in einer weiteren Mitteilung noch sechs zusätzliche Namen genannt. Ob diese Personen ebenfalls verstorben sind, wurde jedoch nicht klargestellt.
Bereits im Februar hatte eine Untersuchung des Recherchekollektivs All Eyes On Wagner unter dem Titel „Das Geschäft mit der Verzweiflung“ aufgezeigt, dass zwischen 2023 und Mitte 2025 Hunderte ausländische Kämpfer, die in die russische Armee eingetreten waren, ums Leben kamen. Dem Bericht zufolge stammten diese aus 35 afrikanischen Ländern. Kamerun war demnach besonders stark betroffen: Von 335 erfassten Kämpfern sollen 94 ums Leben gekommen sein – mehr als aus jedem anderen afrikanischen Land.