
Seit der Ceuta-Krise fordert Rabat die Rückkehr aller unbegleiteten marokkanischen Minderjährigen, die sich in Spanien aufhalten. Viele von ihnen befinden sich seit der jüngsten Migrationskrise in der spanischen Exklave. In kleinen Gruppen ziehen sie entlang der Küste umher und verbringen ihre Tage mit Baden oder ruhen sich im Schatten der Bäume aus. Die nach Ceuta gelangten marokkanischen Minderjährigen hoffen weiterhin darauf, nach Europa weiterzukommen, und wollen nicht nach Marokko zurückkehren, berichtet RFI.
So auch der 17-jährige Bilal: „Ich möchte hier in Ceuta oder in Europa bleiben. In Marokko gibt es nichts, ich habe dort keine Zukunft.“
Einige haben einen Platz in einer Unterkunft gefunden, andere schlafen auf der Straße – möglicherweise sind es rund tausend.
Jeden Abend treffen sie sich am Strand Playa del Trampolín mit anderen Migranten aus ganz Afrika und dem Nahen Osten. Große Hilfsorganisationen verteilen dort Sandwiches und leisten medizinische Grundversorgung. Doch der Bedarf ist enorm.
„Wir gehen davon aus, dass sich noch mehr als 7.000, 8.000 oder 10.000 Menschen in Ceuta befinden. Genau wissen können wir es nicht, weil sie nicht registriert sind“, erklärt der ehrenamtlich tätige Arzt Julian Rodriguez.
Am Strand wurden aus Kartons und Holzstücken provisorische Hütten errichtet. Vor den medizinischen Teams bilden sich lange Schlangen. Behandelt werden Verletzungen, Hautkrankheiten und Atemwegsprobleme. „Eine öffentliche Gesundheitsversorgung gibt es hier praktisch nicht. Ein Strand und all diese persönlichen Bedürfnisse – nein, das ist unmöglich“, fügt der Arzt hinzu.
In dem sich zunehmend zu einem diplomatischen Tauziehen entwickelnden Streit macht Rabat die spanischen Behörden für die Lebensbedingungen der unbegleiteten Minderjährigen verantwortlich. Das spanische Recht verbietet jedoch die kollektive Rückführung unbegleiteter Minderjähriger. Jeder einzelne Fall muss individuell geprüft werden.