Südafrika: Armee kann die Gewalt der Banden kaum eindämmen

Der Einsatz der Armee rund um Kapstadt hat bislang nicht zu einem Rückgang der Bandengewalt geführt. Zu diesem Ergebnis kommen südafrikanische Parlamentarier, die fünf Monate nach Beginn der Operation „Prosper“ eine Kontrollbesichtigung durchgeführt haben.

Ian Cameron, Vorsitzender des parlamentarischen Polizeiausschusses, erklärte, die Gewalt habe seit Beginn des Militäreinsatzes nicht abgenommen. In einigen Gebieten sei sie sogar gestiegen. So seien zuletzt mehr als hundert Morde im Großraum Kapstadt registriert worden.

Im Rahmen der Operation „Prosper“ unterstützen die südafrikanischen Streitkräfte die Polizei in mehreren Provinzen, die besonders stark von organisierter Kriminalität betroffen sind. Die Kosten des Einsatzes belaufen sich bereits auf 823 Millionen Rand, umgerechnet rund 51 Millionen US-Dollar.

Auch die Abgeordnete Dereleen James berichtete von erheblichen materiellen Problemen bei den eingesetzten Soldaten. Einige Militärangehörige hätten sich über defekte Fahrzeuge und einen Mangel an Medikamenten beklagt. Sie hätten die Operation sogar als „völligen Fehlschlag“ bezeichnet.

Präsident Cyril Ramaphosa hatte den Militäreinsatz als Reaktion auf die zunehmende organisierte Kriminalität angekündigt. Er soll noch bis zum 31. März 2027 fortgesetzt werden. Die Regierung hatte allerdings bereits zu Beginn darauf hingewiesen, dass der Einsatz der Armee allein keine dauerhafte Lösung für das Kriminalitätsproblem darstellen könne. (Quelle: africanews)