
Eine umfassende Untersuchung der Special Investigating Unit hat zwei Jahrzehnte organisierter Korruption innerhalb des südafrikanischen Einwanderungssystems aufgedeckt. Demnach nahmen Beamte zwischen 2004 und 2024 Bestechungsgelder für Visa und Aufenthaltstitel an.
Vier Beamte sollen mehr als 16 Millionen Rand (ca. 845.000 Euro) an illegalen Zahlungen kassiert haben. Dabei nutzten sie WhatsApp, um Genehmigungen zu beschleunigen, und versteckten Bargeld sogar in Antragsformularen. Forensische Razzien, die gemeinsam mit den Hawks durchgeführt wurden, führten zur Beschlagnahmung von 237 digitalen Geräten. Zudem stießen die Ermittler auf E-Wallet-Überweisungen, Identitätsdiebstahl und ein größeres Netzwerk, an dem Berichten zufolge auch religiöse Würdenträger beteiligt waren, die gefälschte Dokumente ermöglichten.
Präsident Cyril Ramaphosa ordnete eine Untersuchung des Skandals an, der die regierende Partei African National Congress zusätzlich belastet – zu einem Zeitpunkt, an dem das öffentliche Vertrauen bereits stark angeschlagen ist. Insgesamt wurden 275 Strafanzeigen erstattet und 20 Beamte entlassen. Die Behörden treiben nun Reformen zur Digitalisierung der Verfahren voran. (Quelle: africa.businessinsider)