Niger: Geiseln Eva Gretzmacher und Claudia Abbt nach 1,5 Jahren Gefangenschaft freigelassen

Symbolbild, KI-generiert

Die Österreicherin Eva Gretzmacher und die Schweizerin Claudia Abbt, die 2025 unabhängig voneinander in Agadez entführt worden waren, sind freigelassen worden und inzwischen lt. einem nigrischen Infoportal in Bengasi im Osten Libyens eingetroffen.

Mit ihrer Freilassung enden lange Monate der Ungewissheit über das Schicksal der beiden Frauen, die seit mehreren Jahren in Agadez lebten und der örtlichen Bevölkerung gut bekannt waren. Mehreren Quellen zufolge sollen sie vom Islamischen Staat in der Sahelzone (IS Sahel) festgehalten worden sein. Die genauen Umstände ihrer Freilassung und die Einzelheiten der Verhandlungen, die zu ihrer Freilassung führten, wurden jedoch bislang nicht offiziell bekannt gegeben.

Zur Erinnerung: Die österreichische Staatsbürgerin Eva Gretzmacher, die zum Zeitpunkt ihrer Entführung 73 Jahre alt war, wurde am Abend des 11. Januar 2025 in Agadez verschleppt. Bewaffnete Männer drangen gegen 19.30 Uhr in ihr Haus ein und nahmen sie mit. Sie lebte bereits seit mehreren Jahrzehnten im Niger und engagierte sich insbesondere in verschiedenen sozialen und entwicklungspolitischen Projekten zugunsten der örtlichen Bevölkerung. Nach ihrer Entführung beriefen die regionalen Behörden umgehend eine außerordentliche Sitzung des Regionalen Sicherheitsrates ein und leiteten Suchmaßnahmen ein.

Drei Monate später, in der Nacht vom 13. auf den 14. April 2025, wurde auch die damals 67-jährige Claudia Abbt aus ihrem Haus im Stadtviertel Dagamanet 2 in Agadez entführt. Die Schweizer Staatsbürgerin, die mit einem Nigrer verheiratet ist und seit Langem in der Region lebt, engagierte sich insbesondere für die Unterstützung des lokalen Kunsthandwerks. Auch nach ihrer Entführung wurde eine Dringlichkeitssitzung des Regionalen Sicherheitsrates einberufen.

Erste Informationen über die Freilassung der beiden Frauen kursierten ab dem 10. September 2026. Mehrere Quellen berichten von einer libyschen Vermittlung. Welche Rolle die verschiedenen Akteure dabei genau spielten und ob es mögliche Gegenleistungen gab, wurde bislang jedoch nicht offiziell bestätigt.

Mit ihrer Ankunft in Bengasi endet damit ein Fall, der die Familien der beiden Frauen und die Bevölkerung von Agadez über viele Monate hinweg in Atem gehalten hatte. (Quelle: Aïr-Info Agadez)