Sanitäre Grundversorgung in Afrika: 650 Millionen Menschen ohne grundlegende Versorgung

Afrika ist trotz der in den vergangenen Jahren erzielten Fortschritte weiterhin mit erheblichen Defiziten bei der sanitären Versorgung konfrontiert. Laut dem Bericht 2026 über nachhaltige Entwicklung in Afrika, der gemeinsam von der Wirtschaftskommission für Afrika (ECA), der Kommission der Afrikanischen Union, der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB) und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) erstellt wurde, liegt der Zugang zu sicher bewirtschafteten Sanitärdienstleistungen weiterhin deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt.

Zwischen 2015 und 2023 stieg der Anteil der afrikanischen Bevölkerung mit Zugang zu sicher bewirtschafteten Sanitärdienstleistungen von etwa 24 auf 30 Prozent. Dieser Fortschritt reicht jedoch bei Weitem nicht aus, um zum weltweiten Durchschnitt aufzuschließen, der bei knapp 60 Prozent liegt.

650 Millionen Afrikaner ohne sanitäre Grundversorgung

Der Rückstand führt zu einem erheblichen Defizit beim Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen. Dem Bericht zufolge haben rund 650 Millionen Menschen in Afrika weiterhin keinen Zugang zu einer sanitären Grundversorgung.

In mehreren Ländern des Kontinents ist zudem die Verrichtung der Notdurft im Freien nach wie vor Realität. Dies verdeutlicht das Ausmaß der Investitionen, die noch in sanitäre Infrastruktur und den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen erforderlich sind.

Diese Situation stellt die Politik vor große Herausforderungen, zumal die afrikanischen Länder ihre Fortschritte bei der Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung beschleunigen wollen.

Auch der Zugang zu Möglichkeiten zum Händewaschen bleibt gering

Die Defizite betreffen auch die Infrastruktur, die grundlegende Hygienemaßnahmen ermöglicht. Dem Bericht zufolge verfügten 2023 lediglich 35 Prozent der afrikanischen Bevölkerung über grundlegende Einrichtungen zum Händewaschen mit Wasser und Seife.

Dieser Anteil entspricht weniger als der Hälfte des weltweiten Durchschnitts und verdeutlicht die weiterhin erhebliche Kluft zwischen Afrika und den internationalen Standards beim Zugang zu Wasser-, Hygiene- und Sanitärversorgung.

Eine Herausforderung für Investitionen und Entwicklung

Die Zahlen des Berichts machen deutlich, wie groß die Anstrengungen sein müssen, um die sanitäre Infrastruktur auf dem Kontinent auszubauen. Die Verbesserung des Zugangs zu diesen Dienstleistungen ist eine zentrale Herausforderung für eine nachhaltige Entwicklung, da sie für die Lebensbedingungen der Bevölkerung von entscheidender Bedeutung ist.

Der Anstieg von 24 auf 30 Prozent innerhalb von acht Jahren zeigt zwar eine Verbesserung, doch das Tempo der Fortschritte reicht nicht aus, um den Abstand zum weltweiten Durchschnitt rasch zu verringern.

Für Afrika besteht die Herausforderung daher darin, Investitionen und staatliche Maßnahmen im Bereich der sanitären Versorgung zu beschleunigen, um die Zahl der Menschen ohne Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen zu reduzieren und den Kontinent schrittweise den internationalen Zielen für nachhaltige Entwicklung näherzubringen. (Quelle: lejecos.com)