Senegal: Leere Einkaufskörbe, wachsende Wut – Senegalesen protestieren gegen die hohen Lebenshaltungskosten

Am vergangenen Samstag gingen in Dakar mehrere Hundert Senegalesen zwischen dem Markt Castors und dem Kreisverkehr Jet d’Eau auf die Straße, um gegen die hohen Lebenshaltungskosten und deren Auswirkungen auf den Alltag der Haushalte zu protestieren.Die als „Marsch der leeren Körbe“ bezeichnete Bürgeraktion fand von 11 bis 13 Uhr statt und brachte mehr als 200 Menschen zusammen. Mit leeren Körben, Plakaten und Küchenutensilien in den Händen riefen die Demonstranten unter anderem „Dund gi dafa seer“ („Das Leben ist teuer“) und „Woyofal bi dafa seer“ („Der Strom ist teuer“).

Initiiert wurde die Aktion von dem Kollektiv „30 Jours pour le Juste Prix“ („30 Tage für faire Preise“), das Anfang des Monats von Influencern und Bürgern in den sozialen Netzwerken ins Leben gerufen wurde. Zu ihnen gehört auch der Content Creator Bathie Drizzy.

Gegenüber der Presse wies dieser jeden Versuch einer politischen Vereinnahmung zurück. „Kein politischer Akteur steht hinter uns. Diese Aktion ist rein freiwillig und spontan“, erklärte er. Ziel sei es, die Behörden dazu zu bewegen, den von der Bevölkerung geäußerten Schwierigkeiten „ein offenes Ohr“ zu schenken.

Kaufkraft im Mittelpunkt der Sorgen

Während des gesamten Demonstrationszuges brachten Teilnehmer ihre Verärgerung über die steigenden Lebenshaltungskosten zum Ausdruck.

Maimouna Ndiaye Sy, eine etwa 60-jährige, schwarz gekleidete Frau, berichtete, sie habe noch am selben Morgen 3.500 CFA-Francs für ein Kilogramm Fisch bezahlt, bevor sie sich dem Demonstrationszug anschloss. „Das Leben im Senegal ist sehr schwierig“, fasste sie die Situation zusammen.

Andere Demonstranten kritisierten die Belastungen durch Mieten, Lebensmittelpreise und Stromrechnungen. Besondere Bedeutung erhalten diese Sorgen angesichts des bevorstehenden Schuljahresbeginns, der für Familien traditionell mit zusätzlichen Ausgaben verbunden ist.

Wachsender sozialer Druck

Die Protestaktion findet vor einem wirtschaftlichen und sozialen Hintergrund statt, der von Sorgen um die Kaufkraft, die öffentlichen Finanzen und die Energiekosten geprägt ist.

Insbesondere die Ankündigungen über mögliche Veränderungen bei den Stromsubventionen sorgen bei einem Teil der Haushalte für Beunruhigung. Gleichzeitig belasten die Kosten für Lebensmittel, Wohnen, Verkehr und den Schuljahresbeginn weiterhin die Familienbudgets.

In einer nach der Kundgebung veröffentlichten Erklärung bedankte sich das Kollektiv „30 Jours pour le Juste Prix“ bei den Bürgern, die an dem Marsch teilgenommen hatten, und kündigte an, die Mobilisierung fortzusetzen. Die Initiatoren wollen die Bewegung insbesondere auf weitere Regionen des Landes ausweiten.

Über diesen ersten Protestmarsch hinaus entwickelt sich die Frage der Kaufkraft damit zu einer der wichtigsten sozialen Herausforderungen für die senegalesischen Behörden: Sie müssen auf die Erwartungen der Haushalte reagieren und zugleich die Belastungen berücksichtigen, denen die öffentlichen Finanzen ausgesetzt sind. (Quelle: allafrica.com)