Südafrika: Polizei zerschlägt Betrugsnetzwerk mit einem Schaden von über 50 Millionen Euro

Südafrika: Polizei zerschlägt Betrugsnetzwerk mit einem Schaden von über 50 Millionen Euro

Die südafrikanische Presse spricht von „dem größten Betrugsfall dieser Art in Südafrika“. In Johannesburg hat die Polizei ein mutmaßlich falsches Callcenter durchsucht. Von dort aus soll ein kriminelles Netzwerk weltweit Investoren betrogen haben. Der entstandene Schaden wird auf mehr als 50 Millionen Euro geschätzt. Insgesamt 29 Verdächtige sollen in der kommenden Woche vor Gericht gestellt werden, berichtet RFI.

Nach Angaben der südafrikanischen Polizei konnten bislang 43 Opfer identifiziert werden – unter anderem in Australien, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten. Die Ermittlungen erfolgten in Zusammenarbeit mit Interpol. Laut einem Sprecher der Hawks, einer Spezialeinheit der Polizei, wechselte das Netzwerk regelmäßig seinen Standort. Dies erkläre, warum die Razzia erst mehr als zwei Jahre nach Beginn der umfangreichen Ermittlungen durchgeführt werden konnte.

Auffälliger Luxuslebensstil

Erst in dieser Woche wurde das Callcenter im Norden von Johannesburg schließlich ausgehoben. Mitarbeiter benachbarter Unternehmen berichteten, der Lebensstil der dort Beschäftigten sei auffällig gewesen: Zahlreiche Luxusfahrzeuge sollen regelmäßig auf dem Parkplatz gestanden haben.

Inzwischen gehen die Ermittler davon aus, dass der Betrug ein Volumen von nahezu einer Milliarde südafrikanischer Rand – umgerechnet über 50 Millionen Euro – erreicht hat. Die Täter sollen gezielt unerfahrene Anleger kontaktiert haben. Zunächst seien kleinere Investitionen vorgeschlagen worden, bevor die Opfer später zu deutlich höheren Geldbeträgen gedrängt wurden – unter dem Versprechen außergewöhnlich hoher Renditen.

Die Beschuldigten erschienen bereits am Mittwoch, dem 28. Januar, vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft beantragte jedoch eine Vertagung der Verhandlung auf die kommende Woche, um ausreichend Zeit für die Auswertung der Beweismittel zu haben.