WELT-SICHTEN: Die Dekolonisierung des Nils

WELT-SICHTEN: Die Dekolonisierung des Nils
Kiflemariam Gebre Wold. Foto: privat

Großbritannien hat als Kolonialmacht das Recht auf das Wasser des Flusses allein Ägypten zugesichert. Mit dem Großstaudamm in Äthiopien ist diese Ordnung überwunden. Europa sollte seine Politik der Realität anpassen, meint *Kiflemariam Gebre Wold.

Über ein Jahrhundert lang triumphierte am Nil die politische Macht über die geografische Realität: Das meiste Wasser kommt aus Äthiopien, aber Ägypten bestimmt darüber. Mit der offiziellen Inbetriebnahme des Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD), des Großstaudamms in Äthiopien am Oberlauf des Flusses, im September 2025 ist diese Ordnung Geschichte. Der Damm ist weit mehr als ein technisches Projekt: Er markiert eine postkoloniale Zäsur in Ostafrika, das Ende der „kolonialen Zwangsjacke“ für die meisten Länder am Nil.

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*Kiflemariam Gebre Wold hat in Deutschland tropische Landwirtschaft, Sozialwissenschaft und Publizistik studiert und lange als Entwicklungsfachkraft, unter anderem am Horn von Afrika, sowie beim Bonn International Centre for Conflict Studies (BICC) gearbeitet.