
Senegal wollte sich aus finanziellen Abhängigkeiten befreien. Die Schuldenkrise zeigt, wie schwer echte Souveränität zu erreichen ist. Die Erleichterung ist spürbar, die Erwartungen immens: Am 1. September 2026 gelang es dem Senegal, mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) eine Vereinbarung auf Mitarbeiterebene über ein neues 36-Monats-Programm von rund 2,2 Mrd. US-Dollar abzuschließen. Nachdem die Regierung bei den Präsidentschaftswahlen 2024 mit einem Transparenzversprechen angetreten war, sah sie sich schnell mit einem unerwartet hohen Schuldenberg konfrontiert.
Ein Bericht des Rechnungshofs bescheinigte, dass zwischen 2019 und 2024 unter der Vorgängerregierung Macky Sall nicht offengelegte Kredite in Höhe von 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufgenommen wurden. Ende 2024 betrug die Staatsverschuldung schlagartig 132 Prozent des BIP und löste eine Abwärtsspirale aus schlechten Finanzierungskonditionen, Vertrauensverlust und politischer Polarisierung aus. Der IWF setzte daraufhin sein Programm im Umfang von 1,8 Milliarden US-Dollar 2025 aus. Damit steht auch ein zentrales Versprechen der neuen Regierung auf dem Prüfstand: Senegals wirtschaftliche und finanzpolitische Souveränität zurückzugewinnen. Die Schuldenkrise zeigt nun, wie begrenzt dieser Spielraum für ein Land ist, das auf internationale Finanzierung angewiesen bleibt.
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