DAS-Afrika-Pressespiegel KW 37/2026: Systemcheck

Behördliche Untersuchung zum Rückzug von Uber in Nigeria eingeleitet Am Sonntag leitete die Bundeskommission für Wettbewerb und Verbraucherschutz (Federal Competition and Consumer Protection Commission, FCCPC) in Nigeria eine Untersuchung zum abrupten Rückzug des US-Unternehmens Uber aus dem nigerianischen Markt ein. Uber hatte zuvor am 2. September angekündigt, seinen Betrieb in Nigeria und Uganda mit sofortiger Wirkung einzustellen.

Die Kommission prüft nun, ob der Mobilitätsdienstleister seinen Verpflichtungen gegenüber der Kundschaft im Zuge der Betriebseinstellung nachgekommen ist und wie mit nicht erbrachten Leistungen verfahren wird.

In einer offiziellen Stellungnahme erklärte Uber, es habe nach eingehender Prüfung seiner Geschäftsprioritäten die Entscheidung getroffen, die Aktivitäten in Nigeria und Uganda einzustellen. Der Rückzug beschränke sich ausschließlich auf diese beiden Märkte und habe keine Auswirkungen auf Ubers übrige Geschäftstätigkeit in Afrika. Weitere Details nannte der Konzern zunächst nicht. Wie viele Fahrerinnen und Fahrer sowie Fahrgäste von dem Rückzug betroffen sind und ob Vermögenswerte verkauft werden, ist bislang unklar. Inzwischen haben ausgewählte Fahrerinnen und Fahrer eine einmalige Zahlung von 40.000 Naira (rund 26 Euro) erhalten, die Uber zuvor als „Geste des guten Willens” angekündigt hatte. Die Zahlung erhielten Fahrerinnen und Fahrer, die in den vergangenen drei bis sechs Monaten auf der Plattform aktiv waren; bestehende Verbindlichkeiten gegenüber Uber wurden teilweise abgezogen. Weiterhin offen bleibt die Frage nach der künftigen Nutzung und den Finanzierungsverpflichtungen von Fahrzeugen, die über die Partnerschaft zwischen Uber und dem Mobilitätsunternehmen Moove finanziert wurden. Im Rahmen der Partnerschaft konnten Fahrerinnen und Fahrer über Moove Fahrzeuge für den UberGo-Dienst finanzieren, durften damit jedoch ausschließlich über Uber und keinen anderen Fahrdienstvermittler Fahrten anbieten.

Ubers Geschäft in Nigeria war zuletzt von steigenden Betriebskosten, hoher Inflation, Währungsschwankungen und zunehmendem Wettbewerb im Fahrdienstmarkt geprägt gewesen. Insbesondere der Wegfall der staatlichen Benzinsubventionen 2023 führte zu einem deutlichen Anstieg der Kraftstoffpreise und wiederholt zu Protesten von Fahrerinnen und Fahrern gegen niedrige Tarife und hohe Provisionen. Zuletzt geriet Uber zudem mit der Federal Airports Authority of Nigeria (FAAN) über die Bedingungen für Fahrdienste an Flughäfen aneinander. Das US-Unternehmen hatte 2014 seinen Betrieb in Lagos aufgenommen, expandierte anschließend in weitere Städte Nigerias und erweiterte 2019 sein Angebot in Lagos um einen Bootsservice, um Pendlerinnen und Pendlern eine Alternative zum stark belasteten Straßenverkehr zu bieten. In Uganda war das Unternehmen seit 2016 aktiv. Der Rückzug aus Nigeria und Uganda erfolgte im Rahmen einer weltweiten Umstrukturierung des Unternehmens, das den Abbau von mehr als 3.000 Stellen weltweit ankündigte, um sich stärker auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Bereits im Januar hatte sich Uber aus Tansania zurückgezogen, im vergangenen Jahr aus der Côte d’Ivoire. Damit ist der US-amerikanische Fahrdienstvermittler künftig nur noch in fünf afrikanischen Ländern präsent: Ägypten, Ghana, Kenia, Marokko und Südafrika. Auch in Südafrika wurde in diesem Monat eine Verkleinerung des Angebots angekündigt – hier soll der kostengünstigere Service UberX wegfallen.

Debatte über den weiteren Ausbau von Rechenzentren in Südafrika Der rasche Ausbau von Rechenzentren in Südafrika wirft zunehmend Fragen hinsichtlich des Bedarfs an Strom, Wasser und Land sowie zu möglichen Auswirkungen auf die Menschenrechte auf. Mehr als 250 Stellungnahmen sind im Rahmen eines von der Südafrikanischen Menschenrechtskommission (South African Human Rights Commission, SAHRC) im Mai angestoßenen Konsultationsprozesses eingegangen, wie verschiedene Medien am Wochenende berichteten …

Und sonst? Am Freitag verabschiedete die UN-Generalversammlung eine Resolution zur Reform der Weltkarte. Dabei soll die jahrhundertealte Mercator-Projektion durch die 2018 entwickelte Equal-Earth-Projektion, die die Kontinente flächentreuer abbildet, ersetzt werden. Auf ihr erscheinen Afrika, Lateinamerika, Südasien und Ozeanien deutlich größer, die USA hingegen kleiner …

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