AFRIKA-Tagespressespiegel vom 27.07.2026

Ugander Olara Otunnu kandidiert für die Nachfolge an der Spitze der UNO Das Rennen um die Nachfolge von António Guterres als Generalsekretär der Vereinten Nationen nimmt eine neue Wendung: Mit dem Ugander Olara Otunnu, einem ehemaligen Stellvertretenden Generalsekretär der UNO, gibt es einen weiteren offiziellen Kandidaten. Gleichzeitig stellte der Senegalese Macky Sall in New York seine Vision einer „reformierten und effizienteren“ UNO vor.

Die ugandische Regierung gab am Sonntag die Kandidatur Olara Otunnus für das Amt des Generalsekretärs der Vereinten Nationen bekannt und rief die Mitgliedstaaten dazu auf, den ehemaligen hochrangigen UNO-Funktionär als Nachfolger von António Guterres zu unterstützen. Dessen Amtszeit endet am 31. Dezember 2026. (Quelle: APA News)

Togo: Opposition mobilisiert gegen die 2024 verabschiedete Verfassung

Mehrere hundert Menschen nahmen am Sonntag, dem 26. Juli, an einer Kundgebung in Vogan, rund 60 Kilometer von Lomé entfernt, teil. Zu der Demonstration hatten Oppositionsparteien und Organisationen der Zivilgesellschaft aufgerufen, um gegen die 2024 verabschiedete Verfassung zu protestieren. Die Kundgebung wurde vom Nationalen Konsultationsrahmen für den Wandel in Togo (CNCC) organisiert und war die zweite innerhalb von drei Monaten. Bereits Anfang Mai hatte am selben Ort eine ähnliche Versammlung stattgefunden. Öffentliche Demonstrationen der Opposition sind in Togo weiterhin selten. (Quelle: Africanews)

Nigeria: Behörden beschlagnahmen mehrere Tonnen Drogen in Lagos

Die nationale Anti-Drogen-Behörde Nigerias hat innerhalb einer Woche mehrere Tonnen illegaler Drogen sichergestellt. Zwar handelt es sich nicht um eine beispiellose Aktion, doch zeigt sie die bedeutende Rolle Nigerias im internationalen Drogenhandel, der dem Handelsimage des Landes schadet. Versteckt in Lebensmittelkartons, zwischen Kosmetikprodukten oder in Fahrzeugen entdeckten die Ermittler Kokain, Medikamente und Cannabis im Wert von rund 10 Milliarden Naira (etwa 6,4 Millionen Euro). Dank von den Zollbehörden gelieferter Informationen konnten die Anti-Drogen-Ermittler außerdem am Flughafen von Lagos eine Lieferung von Opioiden aus Indien im Wert von rund 1,2 Millionen Euro sicherstellen. (Quelle: RFI)

Afrika: Addis Abeba richtet erstmals den Weltbürgergipfel aus

Addis Abeba wird am 29. und 30. Juli 2026 erstmals Gastgeber des Weltbürgergipfels „Global People’s Summit: Africa“ sein. Teilnehmer aus allen 54 afrikanischen Staaten sowie internationale Partner werden erwartet. Der Gipfel soll die Zusammenarbeit, nachhaltige Entwicklung, Innovation und öffentliche Diplomatie fördern. Die erste afrikanische Ausgabe des Gipfels gilt als wichtiger Meilenstein für die wachsende Rolle Afrikas bei globalen Debatten über Regierungsführung, menschenorientierte Führung, nachhaltige Entwicklung und internationale Zusammenarbeit. (Quelle: Ethiopian News Agency)

Ghana: 1,7 Milliarden US-Dollar für die künftige Autobahn Accra–Kumasi bereitgestellt Die ghanaische Regierung hat nach eigenen Angaben 1,7 Milliarden US-Dollar für den Bau der geplanten Autobahn zwischen Accra und Kumasi bereitgestellt. Das Geld wurde auf ein spezielles Konto bei der Bank of Ghana eingezahlt und soll erst nach der Vergabe des Hauptbauauftrags freigegeben werden. Das 176 Kilometer lange Projekt gilt als Vorzeigevorhaben des nationalen Infrastrukturprogramms „Big Push Infrastructure“. Bei der Vorstellung der Halbjahreshaushaltsbilanz 2026 erklärte Finanzminister Cassiel Ato Forson, dass die Machbarkeitsstudien und die detaillierten Planungen bis Ende August abgeschlossen sein sollen. Die Ausschreibung ist für September vorgesehen, anschließend sollen die Bauarbeiten beginnen. (Quelle: LSI Africa)

Ausweisung von Migranten führt in Südafrika zu Arbeitskräftemangel Mehrere Arbeitgeber in Südafrika beklagen einen zunehmenden Mangel an Arbeitskräften, nachdem Tausende ausländische Beschäftigte infolge der anti-migrantischen Unruhen das Land verlassen haben. Der simbabwische Landarbeiter Aaron Majatamhe: „Viele Farmbesitzer sind verzweifelt. Es müssen Mandarinen geerntet werden, aber es ist niemand da“, sagte der 33-Jährige. Ein ähnlicher Arbeitskräftemangel zeichne sich inzwischen auch in den Weinbergen ab, wo die Trauben geschnitten werden müssten. (Quelle: TRT Afrika)

Senegal: Gründung der Partei „Kiiraay – Die republikanischen Patrioten“ – Bassirou Diomaye Faye stellt das Vaterland über die Partei Der senegalesische Präsident Bassirou Diomaye Faye hat seine neue Partei „Kiiraay – Die republikanischen Patrioten“ als Instrument im Dienst der Republik und der Entwicklung vorgestellt und zugleich dazu aufgerufen, politische Gräben zu überwinden. Bei der Gründungsveranstaltung erklärte Faye, er wolle seinen souveränistischen Kurs fortsetzen, den er als entscheidend für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Senegals ansieht. „Unser Ziel ist die Transformation unseres Landes bis zum Jahr 2050. Wir wollen Senegal mit den Erträgen des eigenen Bodens ernähren, unsere Kinder für die Berufe der Zukunft ausbilden und sicherstellen, dass unsere Energie- und Rohstoffressourcen in erster Linie den Senegalesen zugutekommen“, sagte der Präsident. Zudem sprach er sich für Investitionen in die Regionen, die Stärkung nationaler Unternehmen und die Förderung privater Initiativen aus. (Quelle: Le Soleil)

Rund 2.500 Menschen demonstrieren in Tunis gegen die Regierung und die verschlechterten Lebensbedingungen Etwa 2.500 Menschen demonstrierten am 25. Juli in Tunis gegen Präsident Kaïs Saïed – am fünften Jahrestag seines institutionellen Machtgriffs. Gleichzeitig protestierten sie gegen die sich verschlechternden Lebensbedingungen während einer schweren Hitzewelle. „Hau ab!“, „Kein Wasser, kein Strom – nur Gefängnisse und steigende Preise“, riefen die Demonstrierenden während des Protestmarsches. Wissem Sghaier, Sprecher der Oppositionspartei Al Joumhouri, erklärte: „Wir sind heute auf die Straße gegangen, um Rechenschaft einzufordern und die Missstände anzuprangern.“ Der Hochschullehrer Mouldi Gassoumi bezeichnete den Marsch als „Aufruf des Volkes und der Bürger zur Rückkehr zu den Werten und Grundsätzen der Republik“. (Quelle: Jeune Afrique)

Australien: Gabun wirbt auf dem „BOAO Forum in Perth“ um Investoren Gabun nimmt seit Montag, dem 27. Juli, am „BOAO Forum in Perth“ in Westaustralien teil. Die Wirtschaftskonferenz bringt Politiker, Führungskräfte großer Bergbauunternehmen und Investoren aus verschiedenen Ländern zusammen, um über industrielle Transformation, internationalen Handel und die Energiewende zu beraten. Auf Einladung des Unternehmens Fortescue möchte Gabun die Gelegenheit nutzen, sein wirtschaftliches Potenzial hervorzuheben und seine Attraktivität für internationale Investoren zu steigern. (Quelle: GabonMediaTime)

Frauen-Afrika-Cup: Marokko setzt früh ein Ausrufezeichen Nach dem Finaleinzug bei der letzten Ausgabe ist Marokko mit einem überzeugenden Auftaktsieg in das Turnier gestartet. Die „Löwinnen des Atlas“ besiegten Gastgeber Kenia klar mit 4:0. Bereits in der ersten Halbzeit sorgten Ouzraoui, Atiq und Jraidi für klare Verhältnisse. Kurz nach der Pause erzielte Ibtissam Jraidi ihren zweiten Treffer des Spiels und machte den deutlichen Erfolg perfekt. Mit dem 4:0 übernimmt Marokko aufgrund der besseren Tordifferenz die Tabellenführung der Gruppe A vor Algerien, das Senegal besiegte. Senegal liegt auf Rang drei, Kenia bildet das Schlusslicht der Gruppe. (Quelle: CAF)