Gabun: Fast 15 Mio. Euro im Tourismussektor „verschwunden“

Gabun: Fast 15 Mio. Euro im Tourismussektor „verschwunden“
Es geht auch anders: Wunderschöne Privatinitiative: Die Nyanga-Lodge im Nationalpark Moukalaba-Doudou in Gabun. Foto: Inivatourism

Fast 9,7 Milliarden CFA-Francs (14,8 Mio. Euro), die für die Wiederbelebung des gabunischen Tourismussektors vorgesehen waren, sollen spurlos verschwunden sein, wie kürzlich bekannt wurde. Diese Gelder, die für den Bau von Lodges, die Renovierung beschlagnahmter Hotels und die Entwicklung strategischer Tourismusprojekte bereitgestellt wurden, sollen zu keinerlei konkreten Ergebnissen geführt haben.

Bislang wurde keine der angekündigten Lodges gebaut, keine größere Infrastruktur renoviert und keinerlei greifbare Beweise für tatsächliche Investitionen vorgelegt. Diese Situation wirft ernste Fragen zur Verwaltung der finanziellen Mittel auf, die einem Sektor zugewiesen wurden, der eigentlich als zentral für die wirtschaftliche Diversifizierung des Landes gilt.

Dabei hatte das Tourismusministerium in den vergangenen Jahren eine Reihe ambitionierter Ziele präsentiert: Erfassung aller Akteure, Modernisierung des Hotelangebots, Aufwertung des nationalen Kulturerbes und Förderung eines nachhaltigen Tourismus. Doch die Diskrepanz zwischen den angekündigten Zielen und der Realität vor Ort wird inzwischen zu groß, um sie zu ignorieren.

Der Fall macht zwei dringende Maßnahmen erforderlich: vollständige Aufklärung über die Verwendung der eingesetzten Milliarden sowie die Sicherstellung einer transparenten Verwaltung öffentlicher Gelder, um Vertrauen zurückzugewinnen und zukünftige Entwicklungsinitiativen zu schützen.

Ohne klare Erklärungen könnte die touristische Wiederbelebung ein bloßes Trugbild bleiben – zum Nachteil der gabunischen Wirtschaft und ihrer Bürger. (Quelle: TVPlusafrique)