
Die Côte d’Ivoire gilt als Erfolgsmodell. Doch unter der Oberfläche wachsen die Probleme. Am 20. Juni bestreitet Deutschland bei der Fußball-WM in Toronto sein zweites Gruppenspiel – gegen das Team der Éléphants aus der Côte d’Ivoire, auf Deutsch meistens „Elfenbeinküste“ genannt. Als sich das Land vor 20 Jahren erstmals für eine Weltmeisterschaft qualifizierte, befand es sich mitten in einem brutalen Bürgerkrieg. Noch aus der Mannschaftskabine heraus rief der damals größte Star des Landes, Didier Drogba, die Konfliktparteien in einer sehr emotionalen Rede zu Friedensverhandlungen auf.
Die Ivorer schieden damals bei der WM in Deutschland früh aus – doch Drogbas Appell blieb. 2007 kam es schließlich zu einem Friedensabkommen. Doch der Frieden war brüchig: 2010 flammte der Konflikt, ausgelöst vor allem durch die Ressourcenverteilung zwischen Norden und Süden und durch ethnische Spannungen, nach den Präsidentschaftswahlen wieder auf. Militärisch konnten sich die Kräfte von Alassane Ouattara durchsetzen. Er wurde neuer Präsident, während sein Widersacher Laurent Gbagbo an den internationalen Strafgerichtshof überstellt wurde. Seit 2010 wurde Ouattara viermal wiedergewählt, zuletzt Ende 2025.
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