Marokko: Chinesisches Einbrechernetzwerk für Luxusvillen nahe Casablanca zerschlagen

Die marokkanische Gendarmerie hat vier chinesische Staatsangehörige festgenommen, die im Verdacht stehen, einer kriminellen Organisation anzugehören, die auf Einbrüche in Luxusvillen in Bouskoura bei Casablanca spezialisiert war. Bei der Aktion wurden zudem technische Geräte sichergestellt, die bei den Einbrüchen eingesetzt worden sein sollen. Die Ermittlungen dauern an, um weitere mutmaßliche Mitglieder des Netzwerks zu identifizieren und festzunehmen.

Die Gendarmerie zerschlug das mutmaßliche Einbrechernetzwerk im Rahmen einer gemeinsamen Operation der Einheiten von Ville Verte und Nouaceur. Die Verdächtigen sollen für mehrere Einbrüche in hochwertige Wohnhäuser in Bouskoura und im Wohngebiet Ville Verte in der Provinz Nouaceur verantwortlich sein.

Die Ermittlungen ergaben, dass sich die Täter gezielt Villen wohlhabender Eigentümer aussuchten. Sie schlugen bevorzugt dann zu, wenn die Bewohner verreist waren – insbesondere während der Ferien oder an religiösen Feiertagen –, um das Risiko einer Entdeckung zu minimieren.

Der Fall zeigt nach Angaben der Ermittler auch Sicherheitslücken in exklusiven Wohnanlagen auf. Selbst Videoüberwachung, Wachpersonal und Tresore hätten die professionell vorbereiteten und mobilen Täter nicht immer aufhalten können.

Die Verdächtigen sollen bei den Einbrüchen Masken und Handschuhe getragen haben, um keine verwertbaren Spuren zu hinterlassen. Nach dem Eindringen in die Häuser hätten sie gezielt Schlafzimmer aufgesucht, in denen sich häufig Tresore befanden. Gestohlen wurden vor allem Schmuck, Gold, Luxusuhren, Bargeld und andere wertvolle Gegenstände.

Zur Aufklärung des Falls setzte die Gendarmerie kriminaltechnische Labore ein. Die Auswertung von Spuren sowie forensische Analysen trugen maßgeblich zur Identifizierung und Festnahme der Verdächtigen bei.

Für die Vernehmungen der festgenommenen chinesischen Staatsangehörigen wurden Dolmetscher hinzugezogen. Die Ermittler prüfen nun, ob das Netzwerk nationale oder internationale Verbindungen besitzt und ob weitere Personen beteiligt waren.

Bereits während des islamischen Opferfestes Eid al-Adha waren mehrere Einbrüche in Wohngebieten von Bouskoura gemeldet worden. Die Ermittler stellten dabei Ähnlichkeiten bei der Auswahl der Ziele und der Vorgehensweise der Täter fest.

Nach bisherigen Erkenntnissen spähten die Verdächtigen ihre Zielobjekte zunächst aus, um unbewohnte Villen zu identifizieren. Anschließend brachen sie die Eingangstüren mit Brechstangen oder Schraubendrehern auf und konzentrierten sich im Inneren auf leicht transportierbare Wertgegenstände, die sich schnell weiterverkaufen ließen.

Obwohl die Täter ihre Identität zu verschleiern versuchten, wurden ihre Bewegungen von mehreren Überwachungskameras in den Wohnanlagen aufgezeichnet. Diese Aufnahmen flossen in die Ermittlungen ein und halfen bei der Identifizierung der Gruppe.

Die Justiz ermittelt nun, wie viele Einbrüche dem Netzwerk insgesamt zugeschrieben werden können und wie hoch der entstandene Schaden ist. Zudem wird nach möglichen Hehlern und den Vertriebswegen für die gestohlenen Wertgegenstände gesucht.

Die marokkanischen Sicherheitsbehörden haben ihre Maßnahmen gegen organisierte Einbrecherbanden, grenzüberschreitende Kriminalität und andere Formen der organisierten Kriminalität in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt. Dabei setzen Gendarmerie und die nationale Sicherheitsbehörde zunehmend auf moderne Identifizierungstechnologien, kriminaltechnische Untersuchungen und Videoüberwachung. (Quelle: afrik.com / Yabladi)