Pretoria und Moskau vereinbaren Rückführung südafrikanischer Rekruten aus dem Ukrainekrieg

Pretoria und Moskau vereinbaren Rückführung südafrikanischer Rekruten aus dem Ukrainekrieg

Im Gegensatz zu Kenia ist Südafrika bezüglich der Soldaten im Ukraine-Krieg bereits einen Schritt weiter: Südafrika und Russland haben sich auf eine Zusammenarbeit zur Rückführung südafrikanischer Staatsangehöriger verständigt, die im Ukrainekrieg auf russischer Seite eingesetzt wurden. Auslöser sind Berichte Betroffener, die angeben, unter falschen Versprechungen angeworben und gegen ihren Willen an die Front geschickt worden zu sein. Der Fall sorgt in Südafrika für erhebliche politische Spannungen.

Am Dienstag, dem 10. Februar, sprachen Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa und Russlands Präsident Wladimir Putin telefonisch über das weitere Vorgehen. Nach Angaben der südafrikanischen Präsidentschaft sollen technische Teams beider Länder nun die praktischen Modalitäten der Rückführung ausarbeiten. Besonders dringlich ist der Fall von siebzehn Südafrikanern, die bereits im November aus dem Kriegsgebiet um Hilfe gebeten hatten.

Ermittlungen deuten auf ein systematisches Rekrutierungsnetzwerk hin. Mehrere Betroffene glaubten, für zivile Tätigkeiten oder Ausbildungsprogramme nach Russland zu reisen, wurden vor Ort jedoch in militärische Einheiten eingegliedert. Ähnliche Fälle werden auch aus anderen afrikanischen Ländern gemeldet, darunter Kenia. Dort sollen Staatsangehörige unter dem Vorwand lukrativer Arbeitsverträge entweder an die Front oder in Rüstungsbetriebe geschickt worden sein.

Politisch hat die Affäre bereits Konsequenzen. Die Tochter des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma legte ihr Parlamentsmandat nieder, nachdem Familien von Rekrutierten ihr eine Rolle im Anwerbeprozess vorgeworfen hatten. Gleichzeitig kritisiert die ukrainische Diplomatie in Pretoria die Praxis scharf und spricht von einer Instrumentalisierung afrikanischer Staatsbürger. Nach ukrainischen Angaben kämpfen mehr als 1.400 Afrikaner aus 36 Ländern in russischen Einheiten.

Pretoria reagiert mit verstärkten Ermittlungen gegen mutmaßliche Rekrutierungs- und Influencer-Kampagnen in sozialen Netzwerken. Zudem wächst die Sorge um afrikanische Frauen, die über spezielle Programme nach Russland gelockt wurden – internationale Organisationen warnen hier vor möglichen Formen von Menschenhandel.

Der angekündigte Rückführungsprozess gilt als Bewährungsprobe für die Beziehungen zwischen Südafrika und Russland innerhalb der BRICS-Gruppe. (Quelle: afrik.com)