
In den frühen Morgenstunden des 29. September hat die Crew des Sea-Watch-Rettungsschiffs Aurora in internationalen Gewässern 28 Menschen nach einem Schiffbruch gerettet. Außerdem barg die Crew zwei Tote, darunter ein Kind. Fünf Überlebende befanden sich auf einem fast luftleeren Schlauchboot, 23 weitere hatten die Gasplattform Hasdrubal erreicht. Mindestens sechs Menschen werden vermisst, darunter drei Kinder einer Familie. Die italienischen Behörden haben Lampedusa inzwischen als sicheren Hafen zugewiesen, die Aurora ist auf dem Weg dorthin.
Julia Winkler, Sprecherin von Sea-Watch: Regierungen feiern sinkende Ankunftszahlen als Erfolg. Wir sehen, was dieser ‚Erfolg‘ bedeutet: mindestens zwei Tote und sechs Vermisste, darunter drei Kinder. Wer Abschreckung zur Priorität macht, nimmt diese Toten bewusst in Kauf. Wir fordern ein staatliches europäisches Seenotrettungsprogramm.
Heute in den frühen Morgenstunden, gegen 4 Uhr, hat unser schnelles Rettungsschiff Aurora ein fast luftleeres Schlauchboot gefunden. Das zivile Notfalltelefonnummer Alarm Phone hatte auf das Boot aufmerksam gemacht.An Bord waren fünf Überlebende und zwei Tote, eines davon ein Kind. Die übrigen 23 Überlebenden hatten sich nach dem Schiffbruch auf die Gasplattform Hasdrubal gerettet.
Nachdem sie die fünf Überlebenden gerettet und die beiden Toten geborgen hatten, fuhr die Aurora mit Genehmigung der tunesischen Seenotrettungsleitstelle zur Plattform. Sie liegt in internationalen Gewässern innerhalb der tunesischen Such- und Rettungszone. Nach der Ankunft verteilte die Crew Rettungswesten und begann, die Menschen an Bord der Aurora zu holen. Unter ihnen ist ein Kleinkind.
Nach Angaben der Überlebenden werden mindestens sechs Menschen vermisst, darunter drei Kinder einer Familie. Noch ist unklar, ob das Kind, dessen Leichnam die Crew geborgen hat, eines dieser drei Kinder ist.
Seenotrettung ist kein Gefallen, den Europa gewährt, sondern eine Pflicht, der Europa nicht nachkommt. Allein 2026 sind im Mittelmeer bereits mehr als 1.970 Menschen auf der Suche nach Schutz gestorben oder verschwunden. Sea-Watch fordert ein staatliches europäisches Seenotrettungsprogramm. (Sea-Watch, Text und Foto)