
Viele afrikanische Studierende kamen einst in die Ukraine, um dort einen Hochschulabschluss zu erwerben und sich bessere Zukunftschancen zu sichern. Seit Beginn des Krieges leben jedoch zahlreiche von ihnen unter der ständigen Bedrohung durch Luftangriffe und Bombardierungen. Der Tod der 23-jährigen Nigerianerin Nnani Adaobi Marian nach einem russischen Luftangriff auf Charkiw verdeutlicht erneut, welchen Gefahren diese Studierenden ausgesetzt sind.
Obwohl seit 2022 zahlreiche Ausländer evakuiert wurden, blieben einige in der Ukraine, um ihr Studium abzuschließen – trotz erheblicher Risiken.
Vor dem russischen Angriff im Februar 2022 gehörte die Ukraine zu den beliebtesten Studienzielen für afrikanische Studierende. Tausende junge Menschen aus Nigeria, Ghana, Marokko, Ägypten, Kenia und weiteren afrikanischen Ländern absolvierten dort insbesondere medizinische Studiengänge, die international anerkannt und vergleichsweise kostengünstig waren.
Mit dem Krieg änderte sich die Situation grundlegend. Zwar verließen viele ausländische Studierende das Land, doch einige entschieden sich oder waren gezwungen zu bleiben. Gründe dafür sind unter anderem ein nahezu abgeschlossenes Studium, laufende Praktika in Krankenhäusern, die Anerkennung bereits erbrachter Studienleistungen oder finanzielle und organisatorische Schwierigkeiten bei einem Hochschulwechsel.
Wer in der Ukraine bleibt, lebt weiterhin unter der Gefahr von Raketenangriffen und Luftalarm. Besonders Städte wie Charkiw nahe der russischen Grenze werden regelmäßig angegriffen. Studierende, Lehrkräfte und medizinisches Personal sind dort denselben Gefahren ausgesetzt wie die übrige Zivilbevölkerung.
Nigeria reagiert auf den Todesfall
Das nigerianische Außenministerium zeigte sich tief betroffen über den Tod von Nnani Adaobi Marian. Die Regierung erklärte, sie stehe mit ihren diplomatischen Vertretungen in der Ukraine und in Deutschland in Kontakt, um die genauen Umstände des Todes zu klären und die notwendige konsularische Unterstützung zu leisten. Zugleich erneuerte Abuja seinen Appell an alle Konfliktparteien, die Kampfhandlungen einzustellen und den Konflikt im Einklang mit dem Völkerrecht auf diplomatischem Wege zu lösen.
Der Tod der jungen Frau lenkt erneut den Blick auf die Sicherheit afrikanischer Studierender in Krisengebieten. Gleichzeitig macht der Fall deutlich, wie schwierig es für afrikanische Staaten ist, ihre Staatsangehörigen in lang andauernden internationalen Konflikten wirksam zu unterstützen. Auch mehr als vier Jahre nach Kriegsbeginn bleibt die Sicherheit afrikanischer Studierender in der Ukraine eine große Herausforderung. (Quelle: afrik.com)