UN: Folgen der Sklaverei wirken bis heute – Forderung nach Reparationen

Sklaverei ist nach Auffassung der Vereinten Nationen keineswegs nur ein Kapitel der Vergangenheit. Ihre Folgen seien bis heute in Form von Rassismus, struktureller Diskriminierung und sozialer Ungleichheit spürbar. Darauf hat der UN-Ausschuss gegen Rassendiskriminierung (CERD) anlässlich des Internationalen Tages der Menschen afrikanischer Abstammung hingewiesen.

Der Ausschuss fordert die Staaten auf, umfassende Maßnahmen zur Wiedergutmachung für den Handel mit versklavten Afrikanern und die rassistisch begründete Sklaverei zu ergreifen. Dazu sollen finanzielle Entschädigungen ebenso gehören wie Restitution, Rehabilitation und strukturelle Reformen.

Dass die Verbrechen lange zurückliegen, dürfe nach Ansicht der UN-Experten kein Grund sein, historische Ungerechtigkeiten nicht anzuerkennen oder Wiedergutmachung abzulehnen.

Konkrete Aktionspläne gefordert

Die Beseitigung von Rassendiskriminierung könne nicht nachhaltig gelingen, solange die fortdauernden Folgen der Sklaverei nicht aufgearbeitet würden. Der Ausschuss fordert deshalb nationale Aktionspläne mit konkreten Fristen, die gemeinsam mit Menschen afrikanischer Abstammung und den zuständigen Reparationsgremien entwickelt werden sollen.

Gesetze, politische Maßnahmen und institutionelle Strukturen, die rassistische Ungleichheiten fortbestehen lassen oder Wiedergutmachung behindern, müssten überarbeitet oder abgeschafft werden.

Auch Entschuldigungen allein reichen nach Ansicht des Ausschusses nicht aus. Sie müssten mit konkreten Maßnahmen verbunden werden und dürften andere Formen der Wiedergutmachung nicht ersetzen.

Auch Unternehmen und Institutionen in der Verantwortung

Der UN-Ausschuss nimmt ausdrücklich auch private und nichtstaatliche Akteure in die Pflicht. Dazu gehören religiöse Organisationen, Universitäten, Unternehmen, Banken, Versicherungen und andere Finanzinstitutionen, die am Handel mit versklavten Afrikanern beteiligt waren, diesen unterstützten oder wirtschaftlich davon profitierten.

Sie sollten ihre historische Rolle anerkennen, relevante Archive öffnen und sich entsprechend dem Ausmaß ihrer Beteiligung und ihres damaligen Nutzens an Reparationsmaßnahmen beteiligen.

Nach Einschätzung des CERD sind die Folgen der Sklaverei weiterhin in systemischer Rassendiskriminierung und strukturellen Ungleichheiten sichtbar. Sie zeigten sich unter anderem in rassistisch motivierter Gewalt, Stereotypen sowie Benachteiligungen bei Bildung, Gesundheit, wirtschaftlichen Chancen und Umweltsicherheit. (UN)