
Die marokkanischen Sicherheitsbehörden haben erneut eine mutmaßliche Terrorzelle zerschlagen. Wie das Zentrale Büro für gerichtliche Ermittlungen (BCIJ) mitteilte, wurden zehn Verdächtige in mehreren Städten, darunter Casablanca und Agadir, festgenommen, berichtet RFI.
Nach ersten Ermittlungen soll die Gruppe direkte Anweisungen von der Sahel-Ablegerorganisation des sogenannten Islamischen Staates (IS) erhalten haben, Anschläge in Marokko vorzubereiten. Die Planungen sollen bereits weit fortgeschritten gewesen sein: Die mutmaßlichen Mitglieder hatten demnach Aufgaben verteilt, mögliche Ziele ausgespäht und Material beschafft.
Bei den Durchsuchungen fanden die Ermittler unter anderem Messer, Militäruniformen, Anleitungen zum Bau von Sprengsätzen sowie ein umgebautes Geländefahrzeug, das für einen Selbstmordanschlag oder einen Fahrzeugangriff genutzt werden könnte. Zudem wurden Gasflaschen und mit Nägeln gefüllte Schnellkochtöpfe sichergestellt. Neun Verdächtige befinden sich in Polizeigewahrsam, ein Minderjähriger wurde unter Aufsicht gestellt.
Marokko meldet regelmäßig die Zerschlagung mutmaßlicher Terrorzellen. Die letzte größere Razzia fand im April statt. Der bislang schwerste Terroranschlag des Landes ereignete sich 2011 in Marrakesch, als bei einem Bombenanschlag auf ein Café 17 Menschen getötet wurden. (Illustratation: goodlynx/Pixabay)