Marokkanische Polizei geht gegen Dutzende Migranten vor, die nach Ceuta gelangen wollten

Marokkanische Sicherheitskräfte sind am Samstag gegen Dutzende Migranten, überwiegend aus Ländern südlich der Sahara, vorgegangen, die versucht hatten, die Grenze zur spanischen Stadt Ceuta unerlaubt zu überqueren. Die Zusammenstöße ereigneten sich in einem Berggebiet rund drei Kilometer von der Grenze zu Ceuta entfernt, am Rande der marokkanischen Stadt Fnideq (Castillejos).

Nach Beobachtungen der Nachrichtenagentur EFE setzten die Sicherheitskräfte Tränengas ein, um die Migranten auseinanderzutreiben. Auch Hubschrauber waren im Einsatz.

Nach Angaben marokkanischer Sicherheitskreise wurden am Samstag 111 Migranten abgefangen, die versucht hatten, die Grenze zu Ceuta zu erreichen. Zudem wurden 61 Personen wegen des Verdachts festgenommen, zur irregulären Migration aufgerufen zu haben.

Von den 111 in der Umgebung von Fnideq aufgegriffenen Migranten stammen demnach 109 aus Ländern südlich der Sahara, zwei sind Marokkaner.

Darüber hinaus hätten Präventivmaßnahmen der marokkanischen Generaldirektion für Nationale Sicherheit in den vergangenen Tagen zur Festnahme von 61 Verdächtigen geführt. Ihnen wird vorgeworfen, über soziale Netzwerke zu irregulärer Migration aufgerufen und entsprechende Aktionen gefördert zu haben.

Großes Sicherheitsaufgebot

Viele der aufgegriffenen Personen hatten Spitzhacken und andere Werkzeuge bei sich, die mutmaßlich dazu dienen sollten, den Grenzzaun der spanischen Enklave in Nordafrika zu überwinden. Im Laufe des Tages kam es zu mehreren Versuchen größerer Gruppen, die Grenze zu überqueren. Dabei handelte es sich überwiegend um Migranten aus Ländern südlich der Sahara. Die marokkanischen Sicherheitskräfte verhinderten die Grenzübertritte.

Von Hunden begleitete Einsatzkräfte sind weiterhin am Stadtrand von Fnideq im Einsatz, um nach Migrantengruppen zu suchen, die sich in der Gegend versteckt halten.

Tausende Sicherheitskräfte beteiligen sich an dem von Rabat organisierten Einsatz, mit dem ein massenhafter Grenzübertritt nach Ceuta verhindert werden soll. Zu diesem war für Samstag über soziale Netzwerke aufgerufen worden.

Der Einsatz erfolgt vor dem Hintergrund der Ereignisse vom 30. und 31. Juli, als Zehntausende Menschen zu Fuß und schwimmend nach Ceuta gelangten. Nach Angaben von Hilfsorganisationen kamen dabei mindestens 141 Menschen ums Leben.

Ruhige Lage an den spanischen Grenzen

Die ersten Stunden des Samstags verliefen an der spanischen Grenze zwischen Ceuta und Marokko ruhig. Die Sicherheitskräfte befinden sich jedoch weiterhin in erhöhter Alarmbereitschaft und sind mit einem großen Aufgebot vor Ort.

Auch in Melilla, der zweiten an Marokko grenzenden spanischen Stadt in Nordafrika, blieb die Lage ruhig. Allerdings wurden auch dort zusätzliche Polizeikräfte stationiert.

In Ceuta herrschte während der Nacht dichter Nebel im Grenzgebiet. Bislang wurden keine größeren Bewegungen von Menschen in Richtung des Grenzzauns oder der Küste Ceutas festgestellt. Auf spanischer Seite sind zahlreiche Kräfte der Guardia Civil und der Nationalpolizei im Einsatz. Sie sollen bei einem möglichen massenhaften Einreiseversuch eingreifen können. Ende Juli waren nach Angaben der spanischen Regierung im Bereich von Tarajal rund 80.000 Menschen nach Ceuta gelangt.