
Am 28. und 29. Oktober werden 17 afrikanische Staatschefs zum dritten Russland-Afrika-Gipfel in Moskau erwartet. Doch die zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffe auf die russische Hauptstadt und wiederholte Flughafenschließungen werfen Fragen zur Sicherheit der hochrangigen Gäste auf.
Zu den angekündigten Teilnehmern gehören Malis Staatschef Assimi Goïta, Guinea-Bissaus Übergangspräsident Horta N’Tam sowie die Staatschefs von Burkina Faso und Niger, Ibrahim Traoré und Abdourahamane Tiani. Gemeinsam mit Wladimir Putin wollen sie über Handel, Investitionen, Energie und militärische Zusammenarbeit beraten.
Doch der Ukrainekrieg rückt immer näher an die russische Hauptstadt heran. Bei einer groß angelegten Drohnenangriffswelle am 20. September kamen nach russischen Angaben mindestens zwei Menschen ums Leben, fünf weitere wurden verletzt. Ein Wohngebäude und eine Raffinerie wurden getroffen. Moskaus Bürgermeister meldete mehr als 1.600 abgefangene Drohnen innerhalb weniger Tage, darunter rund 450 im Großraum Moskau.
Flughafenschließungen als Sicherheitsrisiko
Besonders problematisch sind die wiederholten Einschränkungen des Flugverkehrs. Am 13. und 14. Oktober waren alle vier großen Moskauer Flughäfen von Sicherheitsmaßnahmen betroffen. Nach Angaben des russischen Nachrichtenportals Agentstvo summierten sich die Schließungen allein in den ersten beiden Oktoberwochen auf 101 Stunden – mehr als doppelt so viel wie im gesamten September. Am 16. Oktober wurden bei einer weiteren nächtlichen Sperrung über 160 Flüge gestrichen. Laut Euronews musste sogar Wladimir Putins Flugzeug am 9. Oktober wegen eines Drohnenangriffs nach Sankt Petersburg umgeleitet werden.
Diplomatische Interessen gegen Sicherheitsbedenken
Für die afrikanischen Staatschefs stellt sich damit eine heikle Frage: Ist die Teilnahme am Gipfel das Sicherheitsrisiko wert?
Russland ist für zahlreiche afrikanische Staaten ein wichtiger Partner in Wirtschafts-, Energie- und Sicherheitsfragen. Eine Absage könnte als diplomatische Distanzierung gewertet werden.
Andererseits tragen die Regierungen Verantwortung für die Sicherheit ihrer Staatschefs und Delegationen. Neben den Gipfelveranstaltungen müssen auch Flughäfen, Hotels und Transportwege geschützt werden.
Als Gastgeber steht Russland in der Pflicht, entsprechende Sicherheitsgarantien zu geben und Notfallpläne für mögliche Drohnenangriffe oder Flughafenschließungen vorzulegen. Die afrikanischen Staaten müssen ihrerseits die Risiken sorgfältig prüfen und gegebenenfalls alternative Reise- und Evakuierungsmöglichkeiten vorbereiten.
Konkrete Hinweise auf einen geplanten Angriff während des Gipfels gibt es bislang nicht. Dennoch zeigt die anhaltende Drohnenbedrohung, dass selbst ein internationales Spitzentreffen in Moskau nicht mehr unter normalen Sicherheitsbedingungen stattfinden kann. (Quelle: afrik.com)