„African Peace Movement“: Gründung einer muslimisch-christlichen Friedensbewegung in Afrika

Pastor Sebastian, Mitgründer des „African Peace Movement“ (links) und Abdurahman Joel Kayser, Gründer und Leiter von Ansaar International e.V.

Finanzierung gegenseitiger Hilfeleistungen von Muslimen und Christen – 20 Gemeinden aus Ghana und dem nördlichen Nachbarstaat Burkina Faso haben sich der Friedensbewegung bereits angeschlossen. „Als muslimische Hilfsorganisation aus einem christlichen Land möchten wir das friedliche Miteinander von Christen und Muslimen überall auf der Welt fördern“, sagt Abdurahman Joel Kayser, Gründer und Leiter von Ansaar International e.V., eine der weltweit größten Hilfsorganisationen in Kriegs- und Krisengebieten, die gemeinsam mit der „Christian Community Accra“ aus Ghana das „African Peace Movement“ gegründet und ihren Hauptsitz in Deutschland hat.

In der ehemaligen britischen Kronkolonie ist etwa jeder sechste Einwohner Muslim (17,6%) und mehr als jeder dritte Christ (ca. 71%). Immer wieder kommt es zu Spannungen zwischen den Gruppen. Mit positiven Begegnungen will Ansaar auf beiden Seiten Vertrauen schaffen. Die Idee: gegenseitige Hilfeleistungen von Christen für Muslime und von Muslimen für Christen. So finanziert Ansaar beispielsweise den wechselseitigen Bau von „Peace-Brunnen“ oder die Verteilung von Lebensmitteln. Im von Ansaar gebauten größten Waisendorf in Ghana „Home of Taqwa“ versorgt ein Ärzteteam der christlichen Organisation „Gospel Partners Ministry“ aus den USA 360 Waisenkinder. Die Kinder aus verschiedenen Ländern Westafrikas sind ehemalige Kindersklaven aus Kakaoplantagen, obdachlose Waisenkinder und ehemalige Kindersoldaten aus dem Bürgerkrieg in Nigeria. Über 20 christliche und muslimische Gemeinden in Ghana und dem nördlichen Nachbarstaat Burkina Faso haben sich der „African Peace Movement“ bereits angeschlossen.

Zur Eröffnung des Waisendorfs „Home of Taqwa“ wurde erstmals ein christlicher Pastor aus Accra, der Hauptstadt von Ghana, von Muslimen eingeladen. Für Pastor Sebastian von der Christian Community war dies eine bewegende, neue Erfahrung: „Die Menschen haben mich so herzlich empfangen, dass jede Unsicherheit bei mir sofort verflogen ist. Wenn wir in Ghana und Burkina Faso mit unserer Bewegung Erfolg haben, können wir vielleicht auch das Miteinander von Christen und Muslimen auf dem ganzen Kontinent friedlicher gestalten.“

Ansaar ist in 16 afrikanischen Ländern aktiv, betreibt 22 Waisenhäuser und hat insgesamt bereits über 2.000 Brunnen finanziert und gebaut. (ansaar)