Buchtipp „Strong Kids“: Hannes Wabayes dritter Fall – ein deutsch-tansanischer Krimi

Dieser Kriminalroman erlaubt das Eintauchen in eine Welt, in der sich rätselhafte Geschehnisse, ungewöhnliche Ereignisse und ungelöste Rätsel in einem atemberaubenden Tempo ereignen. Die Schilderungen beginnen mit einem tödlichen Unfall. Vorausgestellt sind die Namen der handelnden Personen und der einführende Prolog. Soviel sei im Vorfeld verraten: es geht um das Überleben.

Geworben wird auf einer Parteiveranstaltung mit einem Flyer für das Waisenhaus im ostafrikanischen Tansania. Vorgestellt wird eine Einrichtung, in denen Elternlose und Straßenkinder gut leben und sich auf eine lohnende Zukunft vorbereiten können. Eine Bekannte des Architekten Jens Petermann aus Hamburg will genauer wissen, ob sich dieses Waisenhaus für eine Geldspende eignet.

Petermann bittet den Detektiv Hannes Wabaye aus Moshi, in der Nähe des Kilimanjaro, um Unterstützung. Er soll herausfinden, aufspüren, ob es sich dabei um ein lohnenswertes Objekt der Geldanlage handelt. Dieser wiederum versichert sich der Hilfestellung seiner erfahrenen Tante Honorata und ihres Freundes, dem Taxifahrer Leonardo.

Ambi Maregesi ist Journalistin. Sie ist erschüttert von den ungeklärten Morden an Kindern, die in der Nähe des Waisenhauses diffuse Ängste auslösen. Auf der Suche nach Antworten schließt sie sich dem Detektiv an. Nirgendwo sind verlässliche Informationen zu finden, es gibt keine glaubwürdigen Hinweise, die es möglich machen, auf diese Fragen Antworten zu finden. Also machen sich Ambi und Hannes auf den Weg, um vor Ort mehr zu erfahren über die grausamen Morde an Kindern, und um die Spendenwürdigkeit des Waisenhauses zu prüfen.

Über eine Reise quer durch Tanzania, von Dar es Salaam nach Dodoma (Hauptstadt des Landes), über holprige Straßen gelangen die beiden in die am See gelegenen Häuser. Dort werden Hannes und Ambi untergebracht. Abgeschieden liegen die Unterkünfte inmitten der Natur, in der Nähe zu Malawi und Mozambique.

Die beiden präsentieren sich als Ehepaar, auf der Suche nach einer Anlage für ihr Geld. Die Leiterin der Einrichtung Ally Raza und ihr Stellvertreter sind misstrauisch. Sie verfolgen jeden ihrer Schritte mit großer Aufmerksamkeit. Dennoch: die beiden Gäste dürfen sich umsehen, die einzelnen Gebäude genauer unter die Lupe nehmen. Sie sehen die Schule mit den eifrig Lernenden: ein idyllisches Bild. Auch die Lehrer sind ihren Bedürfnissen nach Informationen offen. Hannes und Ambi wundern sich über die gut ausgestattete Krankenstation. Zum gemeinsamen Essen erscheint Alphonce Edward Danda, der sich selbst als Kapitän bezeichnet. er befehligt ein großes Schiff. Seit 8 Jahren ist er der Verantwortliche der Stiftung „Mlakizi“. Stolz berichtet er von seinen regelmäßigen Besuchen, von seiner finanziellen Unterstützung des Waisenhauses.

Ambi und Hannes erleben Rebecca Schilling aus Deutschland und Kito Kuhenga aus Kenia, die sich für die Bewohner*Innen interessieren. Offensichtlich geht es hier um viel Geld. Sie sehen, wie ein Mädchen den Haushalt für die Leiterin führen muss, nicht zur Schule geht und von einem Paar aus Deutschland und Kenia adoptiert werden soll.

Um mehr herauszufinden, welche Interessen das deutsch-kenianische Paar verfolgt, müssen die beiden Beobachter sehr vorsichtig agieren. Das Mädchen ist immer wohlbehütet in ihrer Mitte und wird nicht aus den Augen gelassen. Die Verfolgung der drei Personen gestaltet sich sehr aufwändig. Mal sind diese mit dem Schiff unterwegs, dann mit dem Flugzeug, dann wieder mit dem Auto. Dann wechseln sie in die angrenzenden Länder Malawi und Mosambik.

Schließlich steht Dubai auf dem Flugplan mit dem Ziel Frankfurt.

Auch die tansanischen und die deutschen Polizeibehörden schalten sich in die Nachforschungen ein.

Was sich hinter diesen Waisenhausmauern wirklich abspielt und was in Deutschland mit den Mädchen aus Tanzania geschehen soll, schildert der Autor sehr detailreich.

Kaum Fassbares ereignet sich, die spannenden Passagen, aufgeschlüsselt in 47 Abschnitten, erschließen sich nach leicht vollziehbar.

Auf 407 Seiten lässt sich eine gelungene aufschlussreiche Darstellung einer internationalen Gesellschaft nachlesen und bietet die unentbehrliche Spannung entlang der einzelnen Kapitel.

Der Autor Fritz Gleiß veröffentlicht damit seinen dritten Kriminalroman. Wie auch in den beiden anderen Veröffentlichungen sind die Hauptfiguren der Architekt Petermann und der Detektiv Hannes Wabaye. (Theresa Endres)

Strong Kids
Hannes Wabayes dritter Fall
Copyright © 2021 Fritz Gleiß
Fritz Gleiß – fritzgleiss@yahoo.com
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