Tschad: Putschversuch gegen Idriss Déby?

Official White House Photo by Amanda Lucidon

Nur eine Woche nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen im Tschad, deren erste vorläufige Ergebnisse weitgehend zugunsten des scheidenden Präsidenten Idriss Déby Itno ausfallen, versuchen die Rebellen der Front für Wandel und Eintracht im Tschad (FACT) Berichten zufolge, die Macht zu übernehmen. Ihr Ziel wäre es, Marschall Idriss Déby zu entmachten.

Am Samstag, den 17. April, kam es zu einer ersten Bodenkonfrontation zwischen den tschadischen Streitkräften und den Rebellen der FACT, berichtet RFI und fügt hinzu, dass die Kämpfe nördlich von Mao, in der Provinz Kanem, mehr als 300 km von N’Djamena, der Hauptstadt dieses zentralafrikanischen Landes, stattfanden. Am 11. April brach die bewaffnete Bewegung von Libyen aus in tschadisches Territorium ein mit dem Ziel, Marschall Idriss Déby zu stürzen, der das Land seit 30 Jahren regiert und kurz vor einer sechsten Amtszeit steht.

Berichten zufolge kam es letzte Woche zu einem ersten Zusammenstoß in Tibesti, im äußersten Norden des Tschad. Es scheint also, dass „die Rebellen ins Landesinnere vorrücken“. Aber laut Sicherheitsquellen „waren die Kämpfe sehr hart und erbittert, mit Verlusten auf beiden Seiten“. Die Rebellen zogen sich daraufhin aus dem Gebiet zurück.

„Ein Teil der FACT hätte an den Kämpfen teilgenommen, nämlich eine Kolonne von mehreren hundert Mann, an Bord von Dutzenden von Fahrzeugen, die aus dem Norden kam. Die Kräfte haben sich aufgeteilt, um sich in Richtung Kanem zu bewegen“, sagte eine Quelle gegenüber Radio France Internationale. Auch wenn sich die Bevölkerung der aktuellen Situation nicht sehr bewusst ist, so wurden doch einige Geschäfte in der Region geschlossen.

Marschall Idriss Déby organisiert Berichten zufolge bereits seine Reaktion. Mehrere Kampfpanzer wurden am Eingang der Stadt N’Djamena in Richtung Süden in Stellung gebracht. Als weitere Vorsichtsmaßnahme haben die diplomatischen Vertretungen der USA und Großbritanniens ihre Staatsangehörigen aufgefordert, den Tschad zu verlassen. (Quelle: afrik.com)