
Fünf Mädchen im Alter von 3 bis 9 Jahren wurden in der Nacht zum 30. Juni 2026 in Bongouanou im Osten der Elfenbeinküste Opfer von Genitalverstümmelung. Zwei Verdächtige wurden festgenommen, Ermittlungen wurden aufgenommen.
Die Mädchen im Alter von 3 bis 9 Jahren wurden Opfer heimlicher Genitalverstümmelung. Nach einem anonymen Hinweis begaben sich Kinderschutzteams, unterstützt von der Polizei, zum Tatort und bestätigten den Sachverhalt. Die medizinischen Untersuchungen der Opfer ergaben schwere Verletzungen, darunter die Entfernung der äußeren Geschlechtsorgane, begleitet von Blutungen, starken Schmerzen, Harnwegsproblemen und erheblichen psychischen Traumata.
Die Mädchen wurden im Allgemeinen Krankenhaus von Bongouanou notfallmäßig behandelt und anschließend in eine spezialisierte Einrichtung für medizinische, psychologische und soziale Betreuung verlegt. „Die fünf Mädchen wurden umgehend ins Allgemeine Krankenhaus von Bongouanou gebracht, wo sie die notwendige medizinische Versorgung erhielten. Sie befinden sich nun unter dem Schutz des Ministeriums in einem spezialisierten Zentrum, das ihnen eine ganzheitliche Betreuung (medizinisch, psychologisch und sozial) in einem sicheren und unterstützenden Umfeld bietet“, so die Erklärung des Ministeriums.
Zwei Personen festgenommen
Zwei Personen wurden am Tatort festgenommen. Die Justizbehörden wurden eingeschaltet, um mögliche Komplizen zu ermitteln und die Verantwortlichen in diesem Fall, der von den ivorischen Behörden als Verbrechen eingestuft wird, zu ermitteln. „Weibliche Genitalverstümmelung ist in der Elfenbeinküste ein schwer bestraftes Verbrechen“, erinnert die Erklärung des Ministeriums.
Dieser jüngste Fall von Genitalverstümmelung verdeutlicht die Schwierigkeit, weibliche Genitalverstümmelung in bestimmten Gebieten trotz ihres gesetzlichen Verbots auszurotten. Akteure der Zivilgesellschaft und Organisationen, die sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt engagieren, verurteilen das Fortbestehen von Praktiken, die auf bestimmten kulturellen Überzeugungen oder religiösen Interpretationen beruhen und oft selbst von religiösen Führern infrage gestellt werden.
Laut der jüngsten MICS-Studie ist mehr als jede dritte ivorische Frau im Alter von 15 bis 49 Jahren von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Bei Mädchen im Alter von 0 bis 14 Jahren wird die Prävalenz auf 10 % geschätzt. (Quelle: afrik.com)