
Diese Woche im DAS-Pressespiegel: In Mali kommt es zu Großangriffen, die DR Kongo kündigt paramilitärische Einheit für den Bergbausektor an und Guinea feiert das „72 Hours of the Book“ Festival.
Großangriffe in Mali durch JNIM und Tuareg-Rebellen In Mali kam es am Wochenende zu koordinierten Großangriffen durch die Dschihadistenmiliz Jama’at Nusrat al-Islam wa-l-Muslimin (JNIM) und die Tuareg-Rebellenallianz FLA. Am Dienstag äußerte sich Junta-Chef und Übergangspräsident Assimi Goïta in einer nationalen Ansprache im Staatsfernsehen erstmals zu den Angriffen und bezeichnete die Lage als „äußerst ernst“, zugleich aber als „unter Kontrolle“. Er kündigte an, die militärischen Operationen fortzuführen, bis die beteiligten Gruppen ausgeschaltet seien. Die JNIM drohte derweil in einer Videobotschaft mit einer möglichen Belagerung der Hauptstadt Bamako. Ein Sprecher der FLA erklärte am Mittwoch, man strebe die Kontrolle über Gao, Timbuktu und Menaka an und fordere den vollständigen Rückzug Russlands aus dem Land.
Die gemeinsamen Angriffe richteten sich gegen strategische Ziele in verschiedenen Landesteilen, darunter Kidal und Gao im Nordosten bzw. Osten, Mopti und Sévaré im Zentrum des Landes sowie in Bamako, wo es unter anderem zu Angriffen auf den internationalen Flughafen kam. Auch in der an die Hauptstadt angrenzenden Stadt Kati, wo sich der größte Stützpunkt der malischen Armee befindet, kam es zu zahlreichen Anschlägen. Mindestens 23 Menschen kamen dabei ums Leben, darunter Verteidigungsminister Sadio Camara, der bei einem Selbstmordanschlag auf seinem Anwesen getötet wurde. Camara galt als zweiter Mann hinter Goïta und als eine der wichtigsten Führungspersonen der Militärjunta. Er spielte zudem eine zentrale Rolle beim Aufbau der Beziehungen zu Russland. Auch Wohnhäuser von Goïta wurden attackiert. Am Samstagabend verhängten die malischen Behörden eine nächtliche Ausgangssperre und errichteten Straßensperrungen vor Polizeistationen, dem Generalstab der Streitkräfte und dem Gebäude des staatlichen Fernsehens. Im Norden des Landes übernahmen separatistische Tuareg-Rebellengruppen zudem die Kontrolle über die frühere Rebellenhochburg Kidal, die Malis Armee mit Unterstützung der russischen Wagner-Truppe erst 2023 zurückerobert hatte. Russlands Außenministerium bestätigte am Montag den Rückzug des Afrika-Korps aus der Stadt, während sich auch die malische Armee teilweise aus der Region Gao nahe der Grenze zu Niger zurückzog.
Die Vereinten Nationen, die Europäische Union, die Afrikanische Union und die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS verurteilten die Angriffe in Mali scharf. Auch die Allianz der Sahelstaaten (AES), der neben Mali die ebenfalls militärgeführten Staaten Burkina Faso und Niger angehören, verurteilte die Attacken und sprach von einem „monströsen Komplott, das von Feinden der Befreiung des Sahel unterstützt wird“. Konkrete militärische Unterstützung wurde bislang jedoch nicht angekündigt. Russland bekräftigte derweil seine Unterstützung für die malische Regierung. Das Land gilt als wichtigster militärischer Partner Malis, nachdem Goïta 2022 den Abzug der französischen Truppen, bis dahin der wichtigste Verbündete im Kampf gegen den Terrorismus, veranlasst hatte. Die Anschlagsserie sowie der Rückzug russischer Truppen aus Kidal werfen laut Beobachterinnen und Beobachtern Fragen über die Wirksamkeit der militärischen Zusammenarbeit mit Russland auf. Die FLA wirbt derweil um Unterstützung aus Frankreich und führt in Paris Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Sicherheits- und Verteidigungsbereich, wie Medien am Mittwoch berichteten.
Die Angriffe am Wochenende stellen laut Analystinnen und Analysten die größten Attacken in Mali seit Jahren dar. Während einige Beobachterinnen und Beobachter die Zusammenarbeit zwischen Tuareg-Rebellinnen und Rebellen und der von Al Qaida unterstützen JNIM als überraschend einordnen, verweisen andere auf frühere Phasen der Zusammenarbeit in 2012, bevor es zum Zerwürfnis zwischen den Gruppierungen kam. Wie nachhaltig diese erneute Zusammenarbeit ist und welche mittel- und langfristigen Auswirkungen sie auf die Sicherheitslage in Mali und der Sahelregion haben wird, bleibt abzuwarten.
DR Kongo kündigt paramilitärische Einheit für Bergbausektor an Am Montag verkündete die Kongolesische Generalinspektion für Bergbau (IGM) die Einrichtung einer paramilitärischen Einheit zur Sicherung von Bergbaustandorten. Die Truppe soll bis 2028 auf eine Stärke von rund 20.000 Personen ausgebaut werden, um Schmuggel und Sicherheitsrisiken im Bergbausektor einzudämmen und das Vertrauen von Investorinnen und Investoren zu stärken …
Und sonst? Am Samstag endete die 18. Ausgabe des “72 Hours of the Book” Festivals in der guineischen Hauptstadt Conakry. Im Mittelpunkt des dreitägigen Festivals stand in diesem Jahr das Thema Jugend und digitale Technologien …
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