
Deutschland wird Miteigentümer der afrikanischen Versicherungsagentur ATIDI. Die Agentur versichert Investitionen und Handel in afrikanischen Ländern gegen politische und gesamtwirtschaftliche Risiken. Bei ihrem Besuch in Kenia sagte Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan den Kauf von Anteilen zu. Deutschland wird damit größter nicht-afrikanischer Anteilseigner.
Finanziert wird der Kauf von Anteilen aus Haushaltsmitteln des Entwicklungsministeriums (BMZ) – rund 15 Millionen Euro – und Eigenmitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau – rund 12 Millionen Euro. Deutschland hält damit 3,5 Prozent der Anteile. Die überwiegenden Anteile gehören 24 afrikanischen Staaten, darüber hinaus sind 13 internationale Finanzinstitutionen beteiligt.
ATIDI ist eine afrikanische Versicherungsagentur mit Sitz in Nairobi. Sie versichert politische und wirtschaftliche Risiken bei Investitionen und Handel in afrikanischen Ländern. Wenn beispielsweise ein Unternehmen in eine Produktionsstätte für medizinische Güter investiert und zur Absicherung eine Police von ATIDI nutzt, dann springt im Falle einer politischen oder gesamtwirtschaftlichen Krise – etwa einem Putsch oder einer Hyperinflation – ATIDI ein und übernimmt den Schaden ganz oder teilweise. Diese Absicherung erhöht die Risikobereitschaft der Unternehmen deutlich.
Künftig können auch deutsche Unternehmen die Produkte von ATIDI nutzen und so ihre Investitionen und Lieferketten mit afrikanischen Partnern besser absichern. Hierbei arbeitet die deutsche Entwicklungspolitik eng mit bestehenden Absicherungen der Außenwirtschaftsförderung – wie etwa den Hermes Deckungen – zusammen. Das BMZ hat Anfang des Jahres eine Reform vorgestellt. Künftig wird die deutsche Wirtschaft systematisch und stärker als bisher eingebunden.
Entwicklungsministerin Alabali Radovan: „Wir setzten uns dafür ein, Investitionen und Handel zu erleichtern, damit mehr privates Geld nach Afrika fließt. Davon profitieren deutsche und afrikanische Unternehmen, weil sie leichter in Afrika investieren und ihre Lieferketten besser absichern können. Wir stärken damit gezielt eine afrikanische Finanzinstitution und unterstützen regionale Lösungen für Investitionen und Handel. Und wir tragen dazu bei, deutschen Unternehmen den riesigen Zukunftsmarkt zu erschließen, den der afrikanische Kontinent zu bieten hat.“ (BMZ)