
Der Ukraine-Konflikt internationalisiert sich. Während der Gastanker Arctic Metagaz, ein Schiff der „russischen Geisterflotte“, in Richtung Europa trieb, verwandelten eine plötzliche Strömungsänderung und das Auftauchen des russischen Öltankers Jupiter das zentrale Mittelmeer in ein geopolitisches Pulverfass. Zwischen Vorwürfen des „Marineterrorismus“ und geheimen Manövern ist Libyen zum neuen Schauplatz geworden, auf dem Kiew und Moskau ihre Auseinandersetzung austragen.
Seit der Explosion, die das Schiff am 3. März vor der Küste von Sirte lahmlegte, spielt die Arctic Metagaz mit den Nerven der Mittelmeer-Hauptstädte. Doch an diesem Mittwoch, dem 18. März, nahm die Lage eine dramatische Wendung. Nach den neuesten Navigationsdaten treibt ein Sturm mit Böen von 55 Knoten das 277 Meter lange Wrack nun nach Südwesten. Die Gefahr richtet sich nicht mehr nur auf Malta oder Sizilien: Nun stehen die libyschen und tunesischen Küsten direkt unter der Bedrohung einer „Zeitbombe“ mit 60.000 Tonnen Gas.
Libyen: Abschussbasis oder Jagdgebiet?
Das russische Verkehrsministerium ist sich sicher: Der Angriff sei von ukrainischen Seedrohnen durchgeführt worden, die direkt von der libyschen Küste gestartet seien. Eine wichtige Möglichkeit, denn wie die Website Mer et Marine erinnert, geschieht eine Explosion auf einem solchen Schiff niemals ohne äußere Ursache. Sollte sich diese Behauptung bestätigen, würde das bedeuten, dass die Spezialeinheiten Kiews (der Militärgeheimdienst GUR) nun auch auf afrikanischem Boden operieren, um Energieinteressen des Kremls anzugreifen.
Dann wäre es nicht mehr nur ein treibendes Schiff, sondern eine Kriegsoperation. Mit dem Angriff auf dieses Schiff der „Geisterflotte“ (die von Moskau genutzt wird, um Sanktionen zu umgehen) exportiert die Ukraine die Frontlinie Tausende Kilometer vom Donbass entfernt. Und Afrika wird erneut vom Konflikt betroffen – nach den Skandalen um zahlreiche Afrikaner, die in die russische Armee rekrutiert und an die Front geschickt wurden.
Der Schatten des ukrainischen Geheimdienstes über Afrika
Die afrikanische Dimension dieses Konflikts ist keine Hypothese mehr. Von Kidal in Mali, wo der GUR zugegeben hat, Rebellen gegen die russische Miliz Africa Corps (ehemals Wagner) unterstützt zu haben, bis in den Sudan vervielfacht Kiew seine spektakulären Operationen auf dem Kontinent. In Libyen würden ukrainische Geheimdienste das politische Chaos nutzen, um bestimmte Küstengebiete als rückwärtige Basen zu verwenden.
Das Ziel? Russland dort zu treffen, wo es sich durch lokale Allianzen geschützt glaubt, insbesondere mit Marschall Haftar, der Moskau kürzlich strategische Einrichtungen im Hafen von Tobruk zur Verfügung gestellt hat.
Eskalation auf See: Der Tanker „Jupiter“ tritt auf
Die Spannung stieg am 18. März weiter mit der Ankunft der Jupiter, einem weiteren sanktionierten russischen Schiff. Mit voller Geschwindigkeit (14,4 Knoten) steuert es auf das Wrack der Arctic Metagaz zu. Für Militärexperten ist dies ein verzweifelter Versuch Moskaus, das Schiff zu bergen oder zu versenken, bevor internationale Experten Zugang dazu erhalten. Unter den Augen von NATO-Aufklärungsflugzeugen, die ständig über dem Gebiet kreisen, ist die Angst vor einer Kollision und einer massiven kryogenen Explosion real.
Eine unmittelbare ökologische Gefahr für den Maghreb
Sollte das Flüssiggas zu schnell austreten, könnten die 900 Tonnen Diesel und Schweröl an Bord eine verheerende Ölpest verursachen – mit katastrophalen Folgen für die empfindlichen Ökosysteme im Golf von Gabès und an den libyschen Küsten.
Libyen leidet nicht mehr nur unter seinen eigenen inneren Spaltungen; das Land ist unfreiwillig zu einer Konfrontationszone eines europäischen Krieges geworden, der nicht offen so genannt wird. Für Afrika ist die Botschaft klar: Neutralität wird immer schwieriger, wenn ukrainische Seedrohnen und russische Tanker in seinen Hoheitsgewässern aufeinandertreffen. (Quelle: afrik.com)
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