Ebola: Russland meldet Entwicklung eines Impfstoffs, der gegen den Bundibugyo-Stamm schützen könnte

Derzeit gibt es keinen zugelassenen Impfstoff gegen den Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus. Mindestens zwei spezifische Impfstoffkandidaten befinden sich jedoch in der Entwicklung. Der am weitesten fortgeschrittene Kandidat könnte in zwei bis drei Monaten für klinische Studien bereit sein. Bislang liegen allerdings weder tierexperimentelle noch klinische Daten zur Wirksamkeit vor. Vor diesem Hintergrund hat Russland nun bekannt gegeben, einen Impfstoff entwickelt zu haben. Die Gesundheitsbehörde Africa CDC prüft diese Ankündigung derzeit, berichtet RFI.

Der russische Gesundheitsminister hat eine persönliche Nachricht an Jean Kaseya, den Generaldirektor von Africa CDC, gesendet, um ihn darüber zu informieren, dass Russland einen Impfstoff entwickelt habe, der möglicherweise Schutz gegen den Bundibugyo-Stamm bieten könne.

Der Impfstoff wurde vom Gamaleya-Forschungsinstitut in Moskau entwickelt, einem föderalen Forschungszentrum, das auf Epidemiologie und Mikrobiologie spezialisiert ist.

Ein Impfstoff, der nicht speziell auf den Bundibugyo-Stamm abzielt

Es handelt sich um einen Vektorimpfstoff. Dabei wird ein genetisch verändertes, harmloses Virus als Träger verwendet, um Informationen in den Körper zu transportieren, die eine Immunantwort auslösen. Die Plattform kombiniert zwei verschiedene Vektoren, von denen jeder einen Teil der Informationen liefert, die das Immunsystem auf eine mögliche Infektion vorbereiten sollen.

Dieser Impfstoffkandidat wurde auf Grundlage der Ebola-Epidemie in Westafrika von 2014 bis 2016 entwickelt. Er richtet sich daher gegen den Ebola-Zaïre-Stamm und nicht speziell gegen den Bundibugyo-Stamm.

Africa CDC, das Afrikanische Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention, hat für die kommenden Tage Gespräche mit dem Gamaleya-Institut angekündigt. Ziel ist es zu verstehen, warum die russischen Forscher davon ausgehen, dass dieser Impfstoff auch gegen den derzeit zirkulierenden Bundibugyo-Stamm wirksam sein könnte.

Der Generaldirektor von Africa CDC, Jean Kaseya, bleibt jedoch vorsichtig. Er betont, dass zunächst die wissenschaftlichen Grundlagen geklärt werden müssten, bevor Aussagen über eine mögliche Wirksamkeit getroffen werden können.

Sein Ziel bleibt dennoch klar: Bis Ende 2026 will Africa CDC sicherstellen, dass sowohl ein Impfstoff als auch eine Behandlung gegen den Bundibugyo-Stamm verfügbar sind.