Gabun: Lockdown führt zu Explosion des Cannabis- und Heroinkonsums und Hunderte von Kisten mit gefälschten Psychopharmaka wurden beschlagnahmt

Lt. Angaben der gabunischen Polizei erreichte der Handel mit Cannabis, Heroin und Kokain im Jahr 2020 ein Rekordniveau, insbesondere im Großraum Libreville. 224 Millionen Drogen wurden beschlagnahmt, berichtet das Online-Magazin gabonreview.

In den Gemeinden Libreville, Owendo, Akanda, Ntoum und Cape Esterias hat der von der Regierung am 12. April 2020 beschlossene Lockdown, der die Ausbreitung des Coronavirus im Land einzudämmen soll, zu einer Erhöhung des Drogenhandels geführt. Anlässlich der Zeremonie zur Übergabe der Neujahrsgrüße an das Präsidentenpaar bedauerte der Oberbefehlshaber der Nationalen Polizei eher, dass das Phänomen ungewöhnliche Ausmaße angenommen hat.

Brigadegeneral Serge Hervé Ngoma teilte mit, dass im Jahr 2020 224 Millionen Rauschgiftprodukte beschlagnahmt wurden. Davon 1.219 kg Cannabis im Vergleich zu 156 kg im Jahr 2019. Während 2019 nur 35 Gramm Kokain beschlagnahmt wurden, wurden im vergangenen Jahr insgesamt 178 Gramm von Polizeihunden aufgespürt. Auch die Sicherstellungen von Heroin haben zugenommen: 552 Gramm wurden im Jahr 2020 abgefangen, verglichen mit 16 Gramm im Jahr 2019.

11.668 mehr gefälschte Medikamente im Jahr 2020

Der Lockdown hat auch den Handel mit gefälschten Medikamenten begünstigt. 15.028 gefälschte Tabletten wurden entdeckt, im Vergleich zum Vorjahr, wo 3.360 beschlagnahmt wurden. Laut Brigadegeneral Serge Hervé Ngoma handelte es sich dabei im Wesentlichen um Hunderte von Kisten mit Tramadol und Diazepam.