Gender Equality in Guinea: Zwei Automechanikerinnen räumen mit Vorurteilen auf

Fehlende Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen ist immer noch eines der größten gesellschaftlichen Probleme weltweit. Auch in Guinea haben Frauen deutlich geringere Chancen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen als Männer. Sie steigen weniger oft in ihren Berufen in Führungspositionen auf und erhalten für die gleiche Arbeit im Durchschnitt weniger Lohn. Hinzu kommt, dass die besser bezahlten Berufe in der Regel von Männern dominiert werden. Teninkè (28) und N’Mahawa (25) haben sich von traditionellen Rollenbildern nicht beirren lassen und verdienen als Auszubildende in der Automechanik ihr eigenes Geld.

Die beiden Freundinnen Teninkè (28) und N’Mahawa (25) besuchen eine Berufsschule für Automechanik. Die Ausbildungsstätte ist Teil eines von Plan International ins Leben gerufenen Programms zur ökonomischen Förderung junger Menschen in Guinea. Vor allem junge Frauen werden ermutigt, sich in traditionell von Männern ausgeübten Tätigkeiten zu schulen und führende Rollen im Einsatz für mehr Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern im Arbeitsleben zu übernehmen.

Für Teninké war das Herumtüfteln schon immer eine Leidenschaft. Als sie erfuhr, dass sie ihr Hobby auch zum Beruf machen konnte, musste sie nicht lange überlegen – auch wenn ihr Berufswunsch für ein Mädchen ungewöhnlich war. „Zu sagen, dass ein Mädchen oder eine Frau sich ständig mit den Männern vergleichen muss, ist keine gute Idee. Ich möchte einfach die Beste sein in dem, was ich gerne tue – und ich glaube, ich bin auf einem ziemlich guten Weg dorthin,“ sagt Teninké.

N’Mahawa entschied sich für die Ausbildung zur Automechanikerin, nachdem ihr Vater versucht hatte, sie gegen ihren Willen zu verheiraten. „Die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen. In der Schule habe ich mich immer schwergetan. Nachdem ich zwei Mal durch die Abschlussprüfung gefallen bin, entschied mein Vater, dass eine Heirat die beste Wahl wäre, um mich finanziell abzusichern. Aber das wollte ich nicht. Mein Vater konnte nicht einsehen, dass es noch andere Möglichkeiten für mich geben könnte – deswegen bin ich dann zu meinem Onkel nach Conakry gezogen. Dort habe ich eines Tages das Trainingszentrum für Mechaniker:innen entdeckt. Teninké war dort bereits in der Ausbildung. Sie hat mich ermutigt, mich auch zu bewerben,“ erzählt N’Mahawa.

Plan International setzt sich in Guinea für mehr Gleichberechtigung am Arbeitsplatz, im Familienleben und in der Gesellschaft ein. Dazu gehört unter anderem der Wandel von sozialen Geschlechternormen und die Schaffung von ökonomischer Chancengleichheit für Mädchen und junge Frauen.

Teninke und N’Mahawa sind hier schon ganz vorne mit dabei. In ihrer Werkstatt sind sie bei den Kund:innen für ihr Können bekannt – niemand wundert sich mehr darüber, dass sie in einem bisher von Männern dominierten Beruf arbeiten.

Programme wie Teninkes und N’Mahawas Ausbildungsstätte machen einen Großteil der Projekte aus, die Plan International unterstützt. Indem den jungen Frauen Möglichkeiten zur finanziellen Unabhängigkeit geboten werden, nutzen sie diese Autonomie oft, um sich noch weiter gesellschaftlich einzubringen und Botschafterinnen für kommende Generationen zu werden.

„Ich bestärke immer meine weiblichen Kolleginnen darin, an sich zu glauben und ihr eigenes Geld zu verdienen. Denn eine finanziell von einem Mann abhängige Frau kann nicht frei sein. Ihr Leben hängt dann immer von den Entscheidungen anderer ab. Das dürfen wir so nicht mehr akzeptieren,“ stellt Teninke klar. (Plan International)