
Die Trump-Regierung schiebt Hunderte Menschen, die nicht in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden können – häufig wegen der Gefahren, denen sie dort ausgesetzt wären –, in afrikanische Staaten ab, zu denen sie keinerlei Verbindung haben. Ein neuer Bericht von Human Rights Watch (HRW) dokumentiert, dass die Vereinigten Staaten zwischen dem 20. Januar 2025 und dem 5. August 2026 mehr als 500 Menschen in afrikanische Länder abgeschoben haben, die nicht ihre Herkunftsländer waren. Dies geht aus Abschiebungsdaten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE hervor.
Einige der aufnehmenden Staaten hielten die abgeschobenen Menschen willkürlich fest. Andere schickten sie weiter in ihre Herkunftsländer, wo ihnen Verfolgung oder Folter drohen.
Die von Human Rights Watch befragten Betroffenen berichteten von Misshandlungen während ihrer Abschiebeflüge aus den USA. Ihren Aussagen zufolge waren sie während der gesamten Reise – teilweise 18 Stunden oder länger – gefesselt. Ihnen wurde der Zugang zu dringend benötigten Medikamenten verweigert, und häufig erhielten sie nicht ausreichend Nahrung oder Wasser.
Viele der Befragten erklärten außerdem, dass die US-Einwanderungsbehörden ihnen nicht mitgeteilt hätten, in welches Land sie gebracht würden. „Ein ICE-Beamter sagte mir, ich solle meine Abschiebung in den Tschad unterschreiben“, berichtete Tesfay T. „Ich weiß nicht, was passiert ist. Vielleicht haben sie es sich später anders überlegt, denn schließlich landeten wir in Kamerun. Schon bevor wir ins Flugzeug stiegen, fragten wir, wohin wir gebracht würden. Man antwortete uns: ‚Das werdet ihr erfahren, wenn ihr angekommen seid.‘“
„Menschen in Länder abzuschieben, die sie noch nie betreten haben, ist Teil einer US-Politik, die darauf abzielt, menschliches Leid zu verursachen, um andere Menschen von der Migration abzuschrecken“, erklärte Michael Garcia Bochenek, kommissarischer Direktor des USA-Programms von Human Rights Watch.
Ein nicht namentlich genannter US-Regierungsvertreter brachte das Ziel dieser Politik noch deutlicher auf den Punkt: „Es geht darum, den Menschen Angst zu machen.“ (Quelle: Human Rights Watch)
HIER der gesamte Bericht (engl.)