
• Schutz von 100.000 Hektar Savanne durch gemeinschaftsorientierten Naturschutz.
• Erhalt der Biodiversität und Weidelandqualität im tansanischen Engaruka-Tal wird von Dorfgemeinschaften vor Ort aktiv unterstützt und vorangetrieben.
• Verbindung von indigenem Wissen und innovativer Technik erweist sich als richtungsweisend.
• Die Hirt*innen der Maasai nutzen dazu mobile Echtzeit-Monitoringtools. Die Datenbasis bilden Beobachtungen der Monitoring-Beauftragten aus den Dorfgemeinschaften.
Um den Schutz der Natur und die biologische Vielfalt in sensiblen Ökosystemen zu stärken, unterstützt die Aid by Trade Foundation (AbTF) mit ihrem 2025 initiierten AbTF Biodiversity Fund ein Projekt von African People & Wildlife (APW). APW ist für seine gemeinschaftsorientierten Naturschutzprojekte international bekannt. Ziel des geförderten Projekts ist der Schutz von 100.000 Hektar Savanne in Tansania. Die Bilanz der ersten sechs Monate fällt positiv aus: Dank langjähriger und intensiver Kooperation mit den Dorfgemeinschaften konnte ein Großteil der Zwischenziele erreicht werden, besagt ein Interimsbericht von APW.
APW unterstützt zu diesem Zweck lokale Gemeinschaften, die bereit sind, Savanne mithilfe von Rotationsweide, unter Einbeziehung traditionellen ökologischen Wissens und mithilfe mobiler Echtzeit-Monitoringtools zu schützen, wiederherzustellen und nachhaltig zu nutzen. Angesichts wachsender Bevölkerung und Viehbestände sei Weidelandmanagement schlichtweg essenziell, sagt Maria Lemuta Lazier, Sekretärin des Weidekomitees im Dorf Esilalei, das an dem Projekt teilnimmt. „Kein Vieh bedeutet keine Existenzgrundlage und kein Weideland heißt kein Vieh“, ergänzt Lazier.
Zielregion des vom AbTF Biodiversity Fund geförderten Projekts ist das Engaruka-Tal. Dort fanden in den letzten Monaten Treffen zum intensiven Austausch mit lokalen Gemeinschaften von elf Dörfern statt. Dabei wurden unter anderem Pläne für die Nutzung des Weidelands vorgestellt und Daten zur Weidelandqualität erörtert. An diesen wichtigen Community Feedback Meetings nahmen insgesamt 220 Personen teil, darunter Mitglieder der Weidekomitees und Vertreterinnen des Frauenrats der Hirt*innen. Dabei kam das von APW initiierte gemeinschaftsbasierte Weideland-Monitoringsystem zum Einsatz. In dieses fließen unter anderem Daten aus Aktivitätsberichten und ökologischer Beobachtung der Savanne ein, die von Monitoring-Beauftragten aus den Dörfern erhoben werden.
Das erhobene Datenmaterial wird monatlich in eine Datenbank von APW eingespeist, dort visualisiert und über ein mobiles Monitoring-System mithilfe von Dashboards den Dörfern digital wieder zur Verfügung gestellt. Die Informationen ermöglichen den Dorfgemeinschaften eine nachhaltige Beweidung der Savanne und den Erhalt ihrer Biodiversität.
Die gemeinschaftsgetragene Arbeit führte bereits zu konkreten Maßnahmen zum Schutz der Savanne. Beobachtungsdaten des Dorfes Engaruka Juu am Fuß des Ngorongoro-Hochlandes stellten zum Beispiel einen Verstoß gegen den geltenden Beweidungsplan fest. Daraufhin ergriff das Weidekomitee Gegenmaßnahmen und setzte sich für eine entsprechende Anpassung der Dorfverordnungen ein.
Auch die Identifikation von durch invasive Pflanzenarten befallenen Savannengebieten mithilfe des APW-Monitoringsystems erweist sich als nützlich. Dadurch ist deren gezielte Bekämpfung möglich und somit der Erhalt der für die Weidequalität notwendigen Biodiversität gesichert. Für den Savannen-Wächter Yohana Lengiteng stellt das System darum ein „Frühwarnsystem“ dar. Für seine Arbeit sei außerdem die Verbindung von technischem Wissen mit indigenem Wissen von zentraler Bedeutung.
Die Unterstützung des AbTF Biodiversity Fund ermöglicht APW eine Ausweitung des erfolgreichen gemeinschaftsorientierten Management-Programms auf Weidegebiete weiterer Dörfer im nordtansanischen Rift Valley. Auch in diesem Gebiet steht die Förderung einer ganzheitlichen, evidenzbasierten Grünlandbewirtschaftung für gesunde und widerstandsfähige Ökosysteme im Fokus. Basis der Arbeit des APW bilden Elemente zur gemeinschaftsorientierten Verankerung des Projekts in Zusammenspiel mit dem digitalen Echtzeit-Monitoringsystem von APW.
In den nächsten Monaten sollen weitere Meilensteine des Projekts verwirklich werden: Unter anderem sollen neue Savannen-Wächter trainiert, weitere Feedback-Runden und Workshops abgehalten sowie der Zustand von mehreren Hundert Hektar Savanne verbessert werden. (AbTF)