
Spanien hat beschlossen, Streitkräfte zur Verstärkung der Sicherheitskräfte in Ceuta einzusetzen, nachdem in den vergangenen Tagen zahlreiche Migranten von der marokkanischen Küste aus die spanische Exklave erreicht haben. Die örtlichen Behörden sprechen von überlasteten Aufnahmeeinrichtungen.
Zudem kamen nach offiziellen Angaben neun Menschen ums Leben, als sie versuchten, Ceuta schwimmend zu erreichen. Die Entwicklungen sorgen auch in Italien für politische Reaktionen.
Spanien sieht sich erneut mit einer Migrationskrise in der nordafrikanischen Exklave Ceuta konfrontiert. Die Regierung in Madrid kündigte an, Soldaten zur Unterstützung der Guardia Civil zu entsenden, nachdem die Zahl der Ankünfte über das Meer stark angestiegen ist. Die Aufnahmeeinrichtungen in Ceuta stehen nach Angaben der Behörden inzwischen unter erheblichem Druck.
Neun Tote und Militäreinsatz
Nach Angaben der spanischen Behörden erreichten innerhalb einer Woche mehr als 1.500 Migranten auf dem Seeweg Ceuta. Die Regionalregierung erklärt, die Aufnahmekapazitäten seien erschöpft und fordert rasche Unterstützung durch den Zentralstaat. Gleichzeitig verschärfte sich die humanitäre Lage: Nach Angaben der Vertretung der spanischen Regierung in Ceuta kamen neun Migranten ums Leben, als sie versuchten, die Exklave von der marokkanischen Küste aus schwimmend zu erreichen. Trotz starker Meeresströmungen und gefährlicher Bedingungen halten die Überfahrten an. Das spanische Innenministerium kündigte deshalb den Einsatz der Streitkräfte an. Diese sollen die Guardia Civil bei ihren Aufgaben unterstützen und bei allen weiteren Maßnahmen mitwirken, die zur Aufrechterhaltung der Sicherheit in der autonomen Stadt erforderlich sind.
Ceuta fordert mehr Unterstützung aus Madrid
Die Verantwortlichen in Ceuta sehen sich nicht mehr in der Lage, den starken Zustrom allein zu bewältigen. Die Aufnahmeeinrichtungen arbeiten nach ihren Angaben weit über ihrer Kapazitätsgrenze. Die an der Nordküste Marokkos gelegene spanische Exklave bildet eine der wichtigsten Außengrenzen zwischen Afrika und der Europäischen Union und verzeichnet derzeit einen deutlichen Anstieg der Ankünfte über das Meer. Allein am Donnerstag erreichten erneut mehrere hundert Menschen die Enklave.
Italien fordert harte Maßnahmen
Die Ereignisse in Ceuta haben auch in Italien Reaktionen ausgelöst. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni kündigte Beratungen mit den zuständigen Behörden an, um mögliche Maßnahmen zu prüfen. Dabei brachte sie auch außergewöhnliche Schritte ins Spiel, darunter eine mögliche Aussetzung der Anwendung des Schengen-Abkommens gegenüber Spanien.
Auch Italiens Vize-Ministerpräsident und Außenminister Antonio Tajani äußerte sich zur Lage. Auf X sprach er sich für eine Schließung des Schengen-Raums gegenüber Spanien aus und kritisierte die aus seiner Sicht unkontrollierte irreguläre Migration.
Tajani erklärte zudem, die spanische Politik zur Legalisierung von mehreren hunderttausend Migranten könnte seiner Ansicht nach Schleusernetzwerke zusätzlich ermutigen. Währenddessen setzen die spanischen Behörden ihre Sicherheitsmaßnahmen in Ceuta fort, wo Armee und Guardia Civil gemeinsam versuchen, die Lage unter Kontrolle zu bringen. (Quelle: afrik.com)