Verteidigungsminister Nigerias stellt klar: „Die nigerianische Armee hat weiterhin das Kommando, nicht die USA“

Verteidigungsminister Nigerias stellt klar: „Die nigerianische Armee hat weiterhin das Kommando, nicht die USA“
Symbolbild

Die Stationierung amerikanischer Militärangehöriger auf nigerianischem Territorium ist seit ihrer ersten Ankündigung ein umstrittenes Thema. Während ein Teil der Bevölkerung die Initiative vollständig unterstützt, äußern andere erhebliche Skepsis gegenüber der Errichtung einer ausländischen Militärpräsenz im Land – unabhängig von den angegebenen Zielen.

Ungeachtet dieser unterschiedlichen Perspektiven bleibt die aktuelle Realität, dass sich US-Streitkräfte in Nigeria befinden. Daher richtet sich die zentrale Frage auf die genaue Art ihrer operativen Rolle.

Seit der Einrichtung eines gemeinsamen Militärprogramms zwischen den Vereinigten Staaten und Nigeria haben alle beteiligten Parteien ausdrücklich erklärt, dass amerikanische Soldaten in Nigeria lediglich eine beratende Funktion ausüben.

Am Mittwoch bekräftigte Nigerias Verteidigungsminister Christopher Musa diese Begründung erneut und erklärte, dass die amerikanischen Soldaten sich im westafrikanischen Land ausschließlich zu Ausbildungs- und Beratungszwecken aufhalten.

Er fügte hinzu, dass die US-Truppen der Zuständigkeit der nigerianischen Armee unterstehen, die weiterhin sämtliche Entscheidungen trifft.

Wie BusinessDay berichtete, erklärte der Minister dies am Mittwoch während der ersten Ausgabe der monatlichen operativen Lagebesprechung seines Ministeriums in Abuja, der Hauptstadt Nigerias, die er leitete.

„Die Amerikaner befinden sich in Nigeria ausschließlich zu Ausbildungs-, Unterstützungs- und Beratungszwecken“, sagte er und fügte hinzu: „Die Streitkräfte Nigerias werden bei allen Operationen auf dem Staatsgebiet das Kommando führen.“

Warum amerikanische Soldaten in Nigeria sind

Als Reaktion auf Gewalt gegen Christen in Nigeria führten die Vereinigten Staaten am 25. Dezember 2025 einen Luftangriff durch, der terroristische Stellungen in Jabo im lokalen Verwaltungsgebiet Tangaza im Bundesstaat Sokoto zum Ziel hatte.

Wenige Wochen vor dem Angriff hatte US-Präsident Donald Trump Nigeria als ein „Land von besonderer Besorgnis“ („country of particular concern“) eingestuft.

Dieser Begriff wird vom US-Außenministerium im Rahmen des International Religious Freedom Act (IRFA) von 1998 verwendet und bedeutet, dass Nigeria offiziell beschuldigt wird, schwere Verletzungen der Religionsfreiheit zu begehen oder zu tolerieren.

Dies gibt den Vereinigten Staaten das Recht, militärisch in die inneren Angelegenheiten Nigerias einzugreifen – was sie mit dem Luftangriff sowie der anschließenden Entsendung von Truppen in das Land auch getan haben.

Nigeria steht international zunehmend unter Beobachtung wegen seines Umgangs mit islamistischem Extremismus, insbesondere im Nordwesten, wo militante Gruppen wie Boko Haram und die Islamischer Staat – Westafrika-Provinz (ISWAP) ihre Angriffe auf Militärkonvois, Dörfer und religiöse Stätten verstärkt haben.

Präsident Donald Trump hat den nigerianischen Behörden vorgeworfen, christliche Gemeinschaften nicht ausreichend vor extremistischen Angriffen zu schützen – ein Vorwurf, den Abuja entschieden zurückweist.

Allein im Januar griff eine bewaffnete Gruppe drei Kirchen im nordwestlichen Bundesstaat Kaduna an und entführte 168 Menschen.

Viele dieser Berichte heben hervor, dass Nigeria die Sicherheitslage bislang nicht vollständig unter Kontrolle bringen konnte – was den Vereinigten Staaten eine direkte Intervention ermöglicht habe. (Quelle: africa.businessinsider)