Wo Martin Luther King Jr. anfing zu träumen: Der Black History Month in Detroit

Jedes Jahr im Februar wird in den U.S.A. der Black History Month begangen, um an den Beitrag von Afroamerikanern zur Geschichte und Kultur des Landes zu erinnern. Auch 2021 erinnert sich dabei die Stadt Detroit an ihre eigenen bedeutenden Wurzeln in der schwarzen Geschichte Amerikas.

Schon früh war die Geschichte Detroits von dem Einsatz für Gleichberechtigung geprägt. Denn Detroit war die letzte Station der so genannten Underground Railroad vor der kanadischen Grenze. Bei der Underground Railroad handelte es sich um ein von 1780 bis 1862 aktives Schleusernetzwerk, gegründet von Gegner der Sklaverei, das dunkelhäutigen Sklaven die Flucht aus den amerikanischen Südstaaten ermöglichte. Über zahlreiche Stationen in verschiedenen Safe Houses, wurden sie durch die Nordstaaten der USA bis nach Kanada gebracht, wo ihnen alle Menschenrechte, unabhängig von der Hautfarbe, zugestanden wurden. Die letzte Safe House Station vor der kanadischen Grenze war 29 Jahre lang die Second Baptist Church in Detroit. Allein zwischen 1810 und 1850 gelang es so, über 100.000 Menschen aus der Sklaverei zu befreien.

Und auch der wohl berühmteste Kämpfer für die Gleichberechtigung von schwarzen und weißen Menschen, Martin Luther King Jr., ist in seinen Bemühungen eng mit der Stadt Detroit verknüpft. An dem Walk to Freedom am 23. Juni 1963, der sich gegen Rassentrennung und Brutalität gegen Bürgerrechtler im Süden der U.S.A. aussprach und an dem sich über 125.000 Menschen beteiligten, nahm King nicht nur Teil, sondern hielt hier auch erstmals einen frühen Entwurf seiner berühmten „I Have a Dream“-Rede, die zwei Monate später in Washington Geschichte schreiben sollte. Der schwarze Bevölkerungsanteil in Detroit betrug zu diesem Zeitpunkt um die 40% – daher hätte der Ort für Kings „ersten Traum“ kaum besser gewählt sein können.

Zwei Jahre nach Kings Auftritt in Detroit, im Jahr 1965, wurde in eben dieser Stadt das Charles H. Wright Museum of African American History gegründet, das nun bereits seit über einem halben Jahrhundert eine der führenden Institutionen in dem

Näherbringen von afroamerikanischer Geschichte, Kultur und Lebenserfahrung darstellt. Anlässlich des Black History Month 2021 wird das Museum viele verschiedene, aufgrund von Corona meist virtuelle, Veranstaltungen anbieten wie zum Beispiel die Wednesday Virtual Storyteller Series, in der jeden Dienstag verschiedene schwarze Präsentatoren eine Bühne bekommen, um von persönlichen und/oder historischen Erfahrungen zu erzählen. An den Freitagen des Monats wird mit dem Youth Speak Virtual Stage-Event eine ganz ähnliche Veranstaltung stattfinden, nur dass hier vor allem die Jugend zu Wort kommen und ihre ganz eigene Perspektive zu heutigem Selbstverständnis und Gleichberechtigung in der Gesellschaft geben wird. Außerdem wird eine Exellence in Black Cinema Series stattfinden, im Zuge derer Filme, die von und/oder mit Afroamerikanern gedreht wurden, vorgestellt werden.

Doch nicht nur das liebevoll „The Wright“ genannte bietet ein spezielles Programm hinsichtlich des Black History Month – die ganze Stadt Detroit feiert mit, und das Detroit Institute of Arts, das Henry Ford Museum und das Museum of Contemporary Arts Detroit sind nur einige der Stationen, die ein interessantes Programm zusammengestellt haben, das zur Begegnung und zum gegenseitigen Verständnis der verschiedenen Menschen Detroits beiträgt und so gewiss dem Traum von Martin Luther Jr. entsprochen hätte. (PM TravelMarketing Romberg, Foto: Museum oft Arts, Detroit)

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