
Mehrere afrikanische und muslimisch geprägte Staaten haben die Entscheidung Somalilands verurteilt, eine diplomatische Vertretung in Jerusalem zu eröffnen. In einer gemeinsamen Erklärung bezeichneten die Außenminister von unter anderem Katar, Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, der Türkei, Pakistan, Indonesien, Dschibuti, Somalia und Algerien den Schritt als „illegal und inakzeptabel“. Er verstoße gegen internationales Recht und gefährde den Status des besetzten Ost-Jerusalems.
Israels Anerkennung verändert die Diplomatie Somalilands
Der Streit folgt auf die historische Entscheidung Israels, Somaliland im Dezember 2025 als unabhängigen Staat anzuerkennen. Damit wurde Israel das erste UN-Mitgliedsland, das diesen Schritt vollzog.
Israels Premierminister Benjamin Netanyahu bezeichnete Somaliland als wichtigen strategischen Partner an einer der bedeutendsten Schifffahrtsrouten der Welt. Somalilands Präsident Abdirahman Mohamed Abdullahi sprach von einem „historischen Moment“ und dankte Israel für die Anerkennung. Zudem signalisierte er die Bereitschaft, den Abraham-Abkommen beizutreten und die Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Handel und maritime Stabilität auszubauen.
Strategische Bedeutung am Roten Meer
Durch seine Lage am Golf von Aden nahe der Meerenge Bab al-Mandab gewinnt Somaliland zunehmend an geopolitischer Bedeutung. Experten sehen die Region als wichtigen Faktor für die Sicherheit der Schifffahrtswege im Roten Meer. Israel betrachtet die Partnerschaft auch als Teil seiner Strategie zur Überwachung von Bedrohungen durch die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen im Jemen.
Somalia und arabische Staaten alarmiert
Somalia wirft Somaliland vor, mit eigenständigen diplomatischen Initiativen die somalische Souveränität zu untergraben. In ihrer Erklärung bekräftigten die beteiligten Staaten ihre Unterstützung für die Einheit und territoriale Integrität Somalias. Zugleich lehnten sie alle einseitigen Maßnahmen ab, die den Status Jerusalems verändern oder gegen Resolutionen der Vereinten Nationen verstoßen könnten.
Die Staaten betonten außerdem, dass Ost-Jerusalem weiterhin als besetztes palästinensisches Gebiet betrachtet werde.