
Die Schweizer Justiz hat ein Ermittlungsverfahren gegen Sylvia Bongo eröffnet. Wie erst jetzt bekannt wurde, beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft des Kantons Genf intensiv mit der ehemaligen First Lady Gabuns, die derzeit im Londoner Exil lebt. Sie steht im Verdacht, während der Amtszeit ihres Ehemanns Ali Bongo mehrere Millionen Euro aus Veruntreuung öffentlicher Gelder und Korruption auf Konten in der Schweiz transferiert zu haben, berichtet RFI.
Nach Informationen des auf Wirtschaftskriminalität spezialisierten Online-Magazins Gotham City, das den Fall aufgedeckt hat, erhielt die Genfer Staatsanwaltschaft bereits im November 2023 – nur wenige Monate nach dem Sturz von Ali Bongo – einen ersten Hinweis.
Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren ein, um die Herkunft der in der Schweiz angelegten Vermögenswerte zu überprüfen. Gabun wurde offiziell um Zusammenarbeit ersucht. Da Libreville bislang nicht reagierte, reichte der gabunische Staat stattdessen in Genf eine Klage ein, um sich dem Verfahren als Nebenkläger anzuschließen. Diesen Status bestreitet Sylvia Bongo. Ende Mai bestätigte jedoch die Genfer Strafbeschwerdekammer, dass Gabun berechtigt ist, in dem Verfahren vertreten zu sein. Die Ermittlungen werden daher fortgesetzt, auch wenn der genaue Zeitplan bislang nicht bekannt ist.
Zur Erinnerung: Sylvia Bongo wurde in Gabun bereits in Abwesenheit wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder zu 20 Jahren Haft verurteilt. Sie wirft den neuen Machthabern vor, sie nach dem Sturz ihres Ehemanns gefoltert zu haben.