Buchtipp: Rainer Hackel: „Ghana – Die Rückkehr der Götter“

Rainer Hackel, der in Ghana beinahe mehr zuhause ist als in Deutschland, ist es in seinem spannenden Reisetagebuch gelungen, die Vielfalt des gesellschaftlichen Lebens in dem westafrikanischen Land einzufangen. Wir folgen dem Autor auf seinen Streifzügen durch Kumasi, der Hauptstadt der Ashanti, wo er von Verkäuferinnen und fliegenden Händlern in Gespräche verwickelt wird. Und er schreckt auch nicht davor zurück, auf dem Schwarzmarkt Geld zu wechseln oder in einer islamischen Bäckerei mit Hilfe seines Fahrers die schlafenden Verkäuferinnen aufzuscheuchen.

Als Hackel mit einem an Malaria erkrankten Jungen eine Tagesklinik aufsucht, staunt er über den guten Zustand des Gesundheitssystems, haben doch „Aufnahme, Voruntersuchung, Hauptuntersuchung, Laborbefund und Therapie keine zwanzig Minuten beansprucht!“

Aber auch auf das Land zieht es den Autor an der Seite seiner ghanaischen Ehefrau. So trifft er im Heimatdorf seiner Frau einen methodistischen Pfarrer, der über die Beschwerlichkeiten seines Berufes klagt. Und er lernt eine traditionelle Heilerin kennen, von der er in abgründige Voodoo-Rituale eingeweiht wird.

Die tropische Natur kommt bei alledem nicht zu kurz. Voller Überraschungen ist der Ausflug in das Bobiri Buttterfly Sanctuary, wo ihm der Guide nicht nur knifflige Fragen zu Flora und Fauna stellt, sondern den Besuchern des Regenwaldes vor einem Baum auch „stille Ehrfurcht“ abnötigt, dessen Rinde ein tödliches Gift enthält.

Wer etwas über das heutige Leben in Ghana erfahren möchte, dem sei Hackels Reisetagebuch ans Herz gelegt, das durch viele Fotos ergänzt wird. Denn es gelingt dem Autor, das zwischen Tradition und Digitalisierung um sein kulturelles Überleben ringende Afrika in literarischen Momentaufnahmen einzufangen.

Rainer Hackel: „Ghana – Die Rückkehr der Götter“
Verlag Traugott Bautz Nordhausen
ISBN 978-3-95948-449-7
91 Seiten, 12 Euro