DAS-Afrika-Pressespiegel KW 6: An der Spitze

Ngozi Okonjo-Iweala: die erste Frau und erste Afrikanerin an der Spitze der WTO: Am kommenden Montag wird der Allgemeine Rat der Welthandelsorganisation (WTO) virtuell zusammentreffen, um Ngozi Okonjo-Iweala zur nächsten Generaldirektorin zu benennen. Nachdem am vergangenen Freitag ihre letzte Gegenkandidatin, die südkoreanische Handelsministerin Yoo Myung-hee, ihre Kandidatur für den Posten zurückzog, verkündete das Büro der US-Handelsbeauftragten, dass die USA einer Konsensentscheidung bei der Wahl Okonjo-Iwealas zur neuen Chefin der WTO nicht mehr im Wege stehen werden. Zuvor hatten u.a. bereits die Afrikanische und die Europäische Union sowie China und Japan ihre Unterstützung für die 66-Jährige zugesichert.

Es bedarf jedoch der Zustimmung aller 164 Mitgliedsstaaten, um den Posten zu besetzen. Okonjo-Iweala, die die US-amerikanische sowie die nigerianische Staatsbürgerschaft innehat, war in ihrer langjährigen Laufbahn Finanz-, Wirtschafts- und Außenministerin Nigerias sowie geschäftsführende Direktorin der Weltbank. Zudem ist sie seit 2015 Vorsitzende der Impfallianz Gavi. Nun wird sie als erste Frau und erste Afrikanerin an der Spitze der WTO stehen. Die Nominierung Okonjo-Iwealas gilt als wichtiges Signal für den afrikanischen Kontinent, dessen Eingliederung in den globalen Welthandel nach dem Inkratfttreten der Afrikanischen Freihandelszone im Januar die Eingliederung des Kontinents weiter vorangetrieben werden soll. Die neue Chefin der WTO genießt seit ihrer zweiten Amtszeit als Finanzministerin Nigerias, in der sie sich insbesondere gegen Korruption und für Reformprogramme zur transparenteren Regierungsarbeit stark machte, den Namen „Okonjo Wahala“ – „Okonjo, die Unruhestifterin.“  In ihrer neuen Position als Leiterin der Welthandelsorganisation muss sie nun ihre politischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, um der angeschlagenen Organisation, die angesichts zunehmend protektionistischer Handelspolitiken der Mitgliedsstaaten seit geraumer Zeit kaum nennenswerte multialterale Abkommen verhandeln konnte, neues Gewicht in der Gestaltung des Welthandels zu verleihen. Zu den größten Herausforderungen zählt neben den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie und der gerechten Verteilung der Impfstoffe die Schlichtung des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits.

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