Marokko erhält Boeing-„Apache“-Kampfhubschrauber im Wert von 1,5 Milliarden Dollar, die von den USA zur Sicherung der Straße von Hormus eingesetzt werden

Marokko erhält Boeing-„Apache“-Kampfhubschrauber im Wert von 1,5 Milliarden Dollar, die von den USA zur Sicherung der Straße von Hormus eingesetzt werden

Marokko hat eine neue Lieferung von Boeing AH-64 Apache-Kampfhubschraubern im Rahmen eines 1,5 Milliarden Dollar schweren Abkommens mit den Vereinigten Staaten erhalten und stärkt damit seine Luftkampffähigkeiten. Die hochmodernen Maschinen stehen derzeit im Fokus, da sie kürzlich von US-Streitkräften zur Sicherung von Schifffahrtsrouten in der Straße von Hormus eingesetzt wurden.

Die Königlich Marokkanische Luftwaffe bestätigte die Ankunft der Fluggeräte als Teil eines gestaffelten Beschaffungsprogramms zwischen Regierungen, das 2020 mit Washington unterzeichnet wurde. Es umfasst 24 Hubschrauber, mit einer Option auf weitere 12 Einheiten.

Die jüngste Lieferung folgt auf die Übergabe der ersten sechs Maschinen im März 2025 an den 7. Luftwaffenstützpunkt in Khouribga.

Die Lieferungen unterstreichen Marokkos Position als wichtigster strategischer Verbündeter der Vereinigten Staaten in Afrika. Rabat richtet regelmäßig gemeinsame Militärübungen aus und arbeitet eng mit dem US Africa Command zusammen.

Washington hat seine Verteidigungsbeziehungen zu Marokko kontinuierlich vertieft, das zudem zu den größten Empfängern amerikanischer Sicherheitsunterstützung auf dem Kontinent zählt.

Steigende Spannungen verändern die Sicherheitslage in Nordafrika

Die Beschaffung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender regionaler Konkurrenz in Nordafrika. Die Spannungen zwischen Algerien und Marokko bleiben aufgrund des Westsahara-Konflikts hoch, während diplomatische Reibungen mit Ägypten und veränderte sicherheitspolitische Allianzen im Mittelmeerraum zusätzliche Sorgen hinsichtlich des militärischen Gleichgewichts aufwerfen.

Analysten zufolge spiegelt Marokkos Einkauf das Bestreben wider, Abschreckung und operative Überlegenheit in einem zunehmend komplexen regionalen Umfeld zu sichern.

Fortschrittliche Feuerkraft und Schlagkraft

Der AH-64E Apache Guardian zählt zu den modernsten Kampfhubschraubern weltweit. Er ist mit einer 30-mm-M230-Kettenkanone, AGM-114-Hellfire-Raketen mit einer Reichweite von etwa acht Kilometern sowie Hydra-70-Raketensystemen ausgestattet und bietet damit vielfältige Einsatzmöglichkeiten gegen gepanzerte und Bodenziele. Das System integriert das AN/APG-78-Longbow-Radar, das es ermöglicht, mehrere Ziele auch bei schlechten Wetterbedingungen zu verfolgen, Raketen in Echtzeit zu lenken und mit Bodentruppen zu koordinieren.

Der Apache wurde von US-Streitkräften umfangreich eingesetzt – von der Operation Desert Storm im Irak bis hin zu jüngeren Einsätzen im Zusammenhang mit Iran, einschließlich Operationen über der Straße von Hormus und Angriffen auf iranisch unterstützte Milizen im Irak.

Washington setzte die hochentwickelten Hubschrauber ein, um Schifffahrtswege zu sichern, bevor ein zweiwöchiger Waffenstillstand zwischen den USA und Iran die strategisch wichtige Wasserstraße vorübergehend wieder öffnete.

Marokko vertieft Verteidigungsbeziehungen mit Washington

Mit der zweiten Lieferung nähert sich Marokko der Fertigstellung einer der schlagkräftigsten Kampfhubschrauberflotten Nordafrikas.

Diese Entwicklung stärkt die strategische Partnerschaft zwischen Rabat und Washington und signalisiert zugleich eine fortschreitende Veränderung der Verteidigungslandschaft in Afrika, da Staaten angesichts neuer regionaler Sicherheitsherausforderungen verstärkt in moderne Luftstreitkräfte investieren.

(Quelle: africa.businessinsider)