Marokko: Sicherheitsalarm nach Aufrufen zu einem erneuten Massenübertritt nach Ceuta

Nach der Migrationskrise Ende Juli bleibt Ceuta unter Druck. Seit Anfang des Monats häufen sich in den sozialen Netzwerken Aufrufe zu einem erneuten massenhaften Grenzübertritt. Die marokkanischen Behörden haben sich bislang nicht offiziell dazu geäußert, doch vor Ort wurden die Sicherheitsvorkehrungen insbesondere an der Grenze zur spanischen Enklave verstärkt. Alles deutet darauf hin, dass die Gefahr eines gewaltsamen Grenzübertritts am kommenden 15. August sehr ernst genommen wird, berichtet RFI.

Auf Facebook und Instagram werden Menschen, die irregulär nach Europa migrieren wollen, dazu aufgerufen, sich in Richtung Ceuta im Norden Marokkos zu begeben. Dabei wird immer wieder der 15. August als Termin genannt. Interessierte werden aufgefordert, privaten WhatsApp-Gruppen beizutreten, um dort konkretere Informationen über den Grenzübertritt auszutauschen und ihre Anreise zu koordinieren.

In seiner bislang einzigen Stellungnahme nach der Migrationskrise in Ceuta hatte das marokkanische Innenministerium auf die Rolle der sozialen Netzwerke hingewiesen und die Verbreitung von Falschinformationen kritisiert. Auch in den jüngsten Veröffentlichungen kursieren weiterhin zahlreiche Gerüchte.

Auf Anfrage von RFI hatte das Innenministerium bis Samstagabend, 8. August, nicht reagiert. In Fnideq und in der Umgebung des Grenzübergangs nach Ceuta wurden die Sicherheitskräfte jedoch offenbar deutlich verstärkt. Videos zeigen die Ankunft zahlreicher Fahrzeuge der Sicherheitskräfte. Der Vorsitzende der Sektion Tétouan der marokkanischen Menschenrechtsvereinigung AMDH bestätigte dies gegenüber dem marokkanischen Nachrichtenportal Yabiladi.

Derartige Aufrufe in den sozialen Netzwerken sind allerdings nicht neu. Ähnliche Kampagnen gab es bereits 2024 und 2025. In Marokko kann die Anstiftung zur irregulären Migration strafrechtlich verfolgt werden.