
Niger und Algerien vertiefen ihre strategische Zusammenarbeit mit einer neuen Welle von Abkommen, die die Entwicklung in wichtigen Sektoren beschleunigen sollen. Dies stellt einen bedeutenden Fortschritt für die regionale Zusammenarbeit in West- und Nordafrika dar.
Auf der zweiten Sitzung der Hochrangigen Gemeinsamen Kommission für Zusammenarbeit Niger–Algerien, die in Niamey stattfand, unterzeichneten beide Länder mehrere Abkommen und Absichtserklärungen in den Bereichen Gesundheit, Landwirtschaft, Infrastruktur, Berufsbildung, Bildung, Energie, Sport, Kommunikation und Innovation.
Der nigrische Premierminister Ali Mahaman Lamine Zeine eröffnete am Montag die zweitägige Sitzung gemeinsam mit seinem algerischen Amtskollegen, Premierminister Sifi Ghrieb.
Wie Sputnik berichtete, lag ein wichtiger Schwerpunkt der Sitzung auf dem Start eines 40-Megawatt-„Solidaritäts“-Kraftwerks in der Nähe von Niamey.
Diese Initiative soll das industrielle und wirtschaftliche Wachstum fördern, die Stabilität des Stromnetzes verbessern und die Stromversorgung des Landes erhöhen.
Das Projekt baut auf hochrangigen Kontakten zwischen den beiden Ländern auf, darunter der Besuch des nigrischen Präsidenten Abdourahamane Tiani in Algerien im Februar dieses Jahres. Dieser Besuch legte den Grundstein für eine erneuerte Zusammenarbeit, wobei beide Länder gemeinsame Energie- und Infrastrukturprojekte als Motoren für wirtschaftliches Wachstum priorisieren.
Während des Besuchs Anfang dieses Jahres kündigte der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune außerdem den Start der lange erwarteten Transsahara-Gaspipeline durch Niger an, was auf einen großen diplomatischen und wirtschaftlichen Neustart zwischen den beiden Nachbarländern hindeutet.
Der Besuch wurde damals weithin als das deutlichste Zeichen gewertet, dass sich die diplomatischen Spannungen zwischen den beiden Ländern nach einer langen Konfrontation entspannten.
„Wir haben vereinbart, das Projekt zur Fertigstellung der Transsahara-Gaspipeline durch nigrisches Gebiet nach dem heiligen Monat Ramadan zu starten“, erklärte der algerische Präsident den Medien auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Algier. „Mit diesem Besuch beenden wir eine ungewöhnliche Zeit, die von Kälte zwischen den beiden Ländern geprägt war, obwohl die beiden brüderlichen Völker weiterhin miteinander in Kontakt standen. Wir werden die Freundschaft bewahren, die uns seit Generationen mit Niger verbindet.“
In der vergangenen Woche entsandte Algerien eine Delegation seines staatlichen Kohlenwasserstoffunternehmens Sonatrach nach Niger, um das seit langem verzögerte Transsahara-Gaspipeline-Projekt zu überwachen.
Dies zeigt, dass Algerien mit der Transsahara-Gaspipeline voranschreitet, einem 4.100 Kilometer langen Projekt, das Erdgas vom afrikanischen Kontinent nach Europa liefern soll.
Laut der offiziellen algerischen Nachrichtenagentur konzentriert sich der Besuch auf technische und operative Details vor der Inbetriebnahme der Pipeline unmittelbar nach dem Ramadan.
Das Projekt, das erstmals in den 1970er Jahren vorgeschlagen wurde, wird die Gasfelder Nigerias in Warri mit Hassi R’Mel in Algerien verbinden und an bestehende Pipelines angeschlossen werden, die europäische Märkte versorgen.
Algeriens Zerwürfnis mit Niger
Der Streit zwischen den beiden Ländern, die sich eine fast 950 Kilometer lange Grenze teilen, begann im April vergangenen Jahres, nachdem Mali – ein Verbündeter von Niger und Burkina Faso – Algerien beschuldigt hatte, eine seiner Drohnen abgeschossen zu haben. Algerien erklärte, dies sei bereits das dritte Mal gewesen, dass sein Luftraum verletzt worden sei, und behauptete, das Fluggerät habe beim Eindringen einen provokativen Kurs verfolgt.
Mali bestritt dies jedoch und erklärte, die Trümmer der Drohne seien 9,5 Kilometer südlich der algerischen Grenze gefunden worden, nachdem sie zwischen dem 31. März und dem 1. April abgeschossen worden war. Als Reaktion auf den Vorfall zogen die Mitglieder der Allianz der Sahelstaaten – Niger, Mali und Burkina Faso – ihre Botschafter aus Algerien ab.
Algerien wiederum wies jede Beteiligung am Abschuss der Drohne zurück und erklärte, Mali versuche, von internen Problemen abzulenken.
Das algerische Außenministerium erklärte außerdem, Radardaten hätten eine Verletzung des algerischen Luftraums um 1,6 Kilometer bestätigt und verwies auf wiederholte Verstöße Malis als Grund für die Verhängung von Flugbeschränkungen.
(Quelle: africa.businessinsider)