
Deutschland verhandelt mit Südafrika über zusätzliche 720 Millionen Euro an vergünstigter Klimafinanzierung im Rahmen der Just Energy Transition Partnership (JETP). Das teilte Rainer Baake, Sonderbeauftragter der Bundesregierung für das Programm, mit.
Auf einer Pressekonferenz erklärte Baake, die geplanten Mittel würden unter die JETP fallen – ein Klimafinanzierungsabkommen zwischen Südafrika und einer Gruppe der wohlhabendsten Länder der Welt. Ziel ist es, den Übergang des Landes weg von der Kohleverstromung zu unterstützen.
Südafrikas Ausstieg aus der Kohle
Die Partnerschaft soll Investitionen in erneuerbare Energien, den Ausbau der Stromnetze sowie eine klimaresiliente Entwicklung beschleunigen. Zugleich sollen die sozialen und wirtschaftlichen Folgen des Ausstiegs aus fossilen Energieträgern abgefedert werden.
Sollten die neuen Kredite genehmigt werden, würde sich Deutschlands gesamte klimabezogene Unterstützung für Südafrika im Rahmen der JETP auf 2,68 Milliarden Euro erhöhen – gegenüber einer ursprünglichen Zusage von 986 Millionen Euro, wie Bloomberg berichtet.
Die aktuellen Gespräche knüpfen an Deutschlands wachsende finanzielle Unterstützung für Südafrikas Energiewende an. Bereits im Juli hatte Berlin einen vergünstigten Kredit über 500 Millionen Euro (582 Millionen US-Dollar) zur Förderung der Dekarbonisierung bewilligt. Frühere Vereinbarungen aus den Jahren 2022 und 2023 hatten das von der KfW bereitgestellte konzessionäre Finanzierungsvolumen insgesamt auf 1,3 Milliarden Euro steigen lassen.
Deutschlands Engagement ist Teil des umfassenderen JETP-Pakets in Höhe von 8,3 Milliarden US-Dollar, das auf der Klimakonferenz COP26 angekündigt wurde. Daran beteiligen sich neben Deutschland auch Frankreich, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten und die Europäische Union.
Südafrikas Finanzminister Enoch Godongwana erklärte, die Finanzierung werde die kurz- und mittelfristige Energiesicherheit Südafrikas stärken und zugleich die langfristige Dekarbonisierung vorantreiben. Rund 80 Prozent des südafrikanischen Stroms werden derzeit aus Kohle erzeugt – damit gilt das Land als die kohlenstoffintensivste Volkswirtschaft innerhalb der G20. (Quelle: Newsletter africabusinessinsider)