Warnschüsse an der Grenze zwischen Guinea und Liberia

Warnschüsse an der Grenze zwischen Guinea und Liberia
Symbolbild

Am Mittwochmorgen, dem 11. März, fielen an der Grenze zwischen Guinea und Liberia Warnschüsse. Der Vorfall ereignete sich in der Ortschaft Kiéssènèye, nahe der Stadt Guéckédou. Die Schüsse folgten auf starke Spannungen über den Verlauf der Grenze. Beide Länder beanspruchen die Souveränität über denselben Teil des Territoriums. Inzwischen scheint sich die Lage beruhigt zu haben. Die Verantwortung für den Vorfall ist jedoch weiterhin unklar, berichtet RFI.

Laut einer lokalen liberianischen Quelle wurden mehrere Schüsse von der guineischen Armee in Richtung liberianischer Zivilisten abgegeben, die sich in der Nähe des Makona-Flusses versammelt hatten. Dabei soll eine Person verletzt worden sein, die anschließend ins JFK-Krankenhaus in Monrovia gebracht wurde.

Diese Darstellung wird jedoch von mehreren guineischen Quellen, die am Mittwoch vor Ort waren, bestritten. Ihnen zufolge kamen die Schüsse vielmehr von liberianischer Seite, während guineische Sicherheitskräfte versuchten, in der Region für Ruhe zu sorgen.

Die Schüsse stehen im Zusammenhang mit wachsenden Spannungen entlang der gemeinsamen Grenze, wo ein Teil des Territoriums – auf der liberianischen Seite des Flusses – umstritten ist.

Nach Angaben aus Liberia sollen guineische Soldaten die Grenze überquert haben, um dort ihre Flagge zu hissen.

Guineische Quellen wiederum erklären, dass bereits am Dienstag liberianische Zivilisten ihre eigene Flagge nur wenige Meter von der guineischen Flagge entfernt aufgestellt hätten, um Anspruch auf dieses Gebiet zu erheben.

Nachdem sie angegriffen worden seien, hätten sich die guineischen Soldaten aus dem Gebiet zurückgezogen. Die guineischen Behörden reagierten auf entsprechende Anfragen bislang nicht. Auf liberianischer Seite bestätigte das Informationsministerium in einer Erklärung, dass man den Vorfall auf diplomatischem Wege lösen wolle.