
Mit dem Urteil des Gerichts von Diourbel vom 8. Juni 2026 endet ein Strafverfahren, das 2023 in Touba nach Vorwürfen sexueller Übergriffe gegen einen Koranlehrer eingeleitet worden war. In dem Fall wurden 26 minderjährige Mädchen angehört. Die Ermittlungen, Zeugenaussagen und medizinischen Gutachten führten schließlich zu einer Verurteilung zu 20 Jahren Freiheitsstrafe.
Am Montag, dem 8. Juni 2026, sprach das Gericht in Diourbel einen Koranlehrer schuldig, sexuelle Übergriffe auf Minderjährige begangen zu haben, und verurteilte ihn zu 20 Jahren Haft. Der Fall betrifft 26 Mädchen, die zum Zeitpunkt der Taten zwischen zehn und siebzehn Jahre alt waren. Die Vorfälle ereigneten sich im Stadtteil Keur Gol in Touba und wurden im März 2023 bekannt.
Enthüllungen nach einer ersten Anzeige
Bereits zu Beginn des Verfahrens wurden die Opfer von den Ermittlern befragt und anschließend mehrfach während der gerichtlichen Untersuchungen angehört. Während der Verhandlung sagten sie vor Gericht aus, begleitet von ihren Familien und den Vertretern der Nebenklage. Ihre Aussagen bildeten einen wesentlichen Bestandteil der vom Gericht geprüften Beweisaufnahme.
Der Fall wurde bekannt, nachdem eine Schülerin sich geweigert hatte, in die Koranschule zurückzukehren. Sie berichtete ihrem Umfeld von den erlittenen Übergriffen, woraufhin weitere Betroffene ebenfalls ihre Erfahrungen schilderten.
Mehrere Mädchen legten ähnliche Aussagen ab und beschrieben Vorfälle, die sich unter denselben Umständen ereignet hatten. Daraufhin wandten sich die Familien an die Justizbehörden. Zur Untermauerung der Aussagen wurden medizinische Atteste vorgelegt. Nach Beginn der Ermittlungen wurde die betreffende Koranschule nach Angaben der Presse geschlossen. Die Untersuchungen der Ermittlungsbrigade von Touba brachten wiederkehrende Übereinstimmungen in den Schilderungen der Opfer ans Licht.
Festnahme nach einer Zeit auf der Flucht
Den Aussagen zufolge wurden die Opfer nach dem Unterricht einzeln aufgerufen und in einen separaten Raum gebracht. Mehrere Mädchen berichteten, sie seien bedroht worden, damit sie über die Vorfälle schwiegen. Einige erklärten zudem, vor den Übergriffen bestimmte Substanzen eingenommen zu haben. Diese Angaben wurden in die Ermittlungsakte aufgenommen und während des Prozesses geprüft.
Nachdem der Fall öffentlich geworden war, verließ der Beschuldigte seinen Wohnort. Er blieb mehrere Wochen lang unauffindbar, bevor er sich am 5. Juni 2023 selbst den Behörden stellte.
Nach Angaben von Polizeiquellen wurde er zunächst in Gewahrsam genommen und anschließend der Gendarmerie überstellt. Erste Berichte sprachen von bis zu 27 betroffenen Schülerinnen. Im Verlauf der Ermittlungen wurden schließlich 26 Opfer offiziell in das Verfahren aufgenommen. Der Angeklagte war seit 2018 als religiöser Lehrer in dem Viertel tätig. Er nahm an gesellschaftlichen und religiösen Veranstaltungen teil und erteilte in seiner Schule Religionsunterricht. Diese Informationen wurden ebenfalls in die Ermittlungsakte aufgenommen.
Minderjährige Opfer im Mittelpunkt des Verfahrens
Einigen Familien sollen finanzielle Angebote gemacht worden sein, um ihr Schweigen zu erkaufen. Nach den vorliegenden Zeugenaussagen wurden diese Angebote jedoch zurückgewiesen.
Der Fall erhielt nach und nach große öffentliche Aufmerksamkeit, insbesondere durch Berichte in den Medien und Diskussionen in sozialen Netzwerken. Alle als Opfer identifizierten Personen waren zum Zeitpunkt der Taten minderjährig. Die mutmaßlichen Übergriffe sollen sich über einen längeren Zeitraum erstreckt haben, ohne dass deren genaue Dauer festgestellt werden konnte.
Die Justizbehörden stützten sich auf übereinstimmende Zeugenaussagen, medizinische Beweise und die Ergebnisse der Ermittlungen, um den Sachverhalt festzustellen. Diese Beweise wurden vor dem Gericht von Diourbel vorgelegt und erörtert.
Zwischen 2023 und 2026 durchlief der Fall alle Phasen des Strafverfahrens: Ermittlungen, Untersuchungen, Anhörungen und schließlich die Gerichtsverhandlung. Die Opfer wurden in jeder Phase mehrfach angehört.
Sexuelle Übergriffe auf Minderjährige im religiösen Unterricht
Das Urteil vom 8. Juni 2026 markiert den Abschluss dieses Verfahrens. Das Gericht verhängte auf Grundlage der vorgelegten und geprüften Beweise eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren gegen den Angeklagten. Seit seinem Bekanntwerden wurde der Fall von nationalen und internationalen Medien intensiv verfolgt. Zahlreiche Zeugenaussagen wurden veröffentlicht und trugen zur öffentlichen Diskussion bei. Auch verschiedene Organisationen dokumentierten die Vorfälle in ihren Berichten.
Die gesammelten Erkenntnisse haben während des gesamten Verfahrens die öffentliche Debatte geprägt. Das Gericht stützte seine Entscheidung auf materielle Beweise sowie die Aussagen der Betroffenen. Das Urteil beruht auf den während der Ermittlungen festgestellten und in der Hauptverhandlung bestätigten Tatsachen.
Der Fall lenkt die Aufmerksamkeit auf ein wiederkehrendes und häufig verschwiegenes Problem: sexuelle Übergriffe auf Minderjährige im Umfeld religiöser Bildungseinrichtungen. (Quelle: afrik.com)